Der Meisterlügner – oder die Ministerpräsidenten.

Heute ist Karnevals-/Fastnachtsanfang: Also zur Abwechslung kein Chart, sondern nur Augenzwinkern (etwas länger, aber landschaftlich reizvoll):

Der Meisterlügner –  oder die Ministerpräsidenten

Zunächst das alte Märchen von früher:

Es gab mal ein Märchen, das wird wohl Märchen bleiben. Weil man es heute wirklich keinem mehr erzählen könnte. Es handelte von einem König, der alles glaubte, und doch so gerne einmal eine Lüge hören wollte, die er als Lüge erkannte. Der König gab drei Versuche. Wer es bei einem der Versuche schaffen würde, ihm etwas zu erzählen, was er als Lüge erkennt,  könne seine bildschöne Tochter heiraten. Andernfalls würde er sieben Jahre in Gefängnis verbringen. Der Versuch war gefährlich. Und doch nahm ein mutiger Handwerksbursche die Herausforderung an und erfand eine tolle Lüge. Er hätte sich an einer Tanne bis zum Himmel hochgearbeitet. Oben angekommen, wäre die Tanne plötzlich weg. Und er fertigte sich daher aus einem Faß mit Kleie (das sind die äußeren gemahlenen Bestandteile des Weizenkorns) ein Kleieseil (das konnte man damals!) und habe sich damit vom Himmel herunter gelassen. Da das Seil nicht lang genug war, schnitt er es oben immer ab, band unten wieder ein Stück an. Und so weiter bis er unten ankam und das Seil nur noch aus Knoten bestand. Der König gab ihm seine Tochter.

Nun zum modernen Märchen.

Das Märchen, eigentlich ein Schwank, aus dem Süden Deutschlands muß den Leuten gut gefallen haben, und sie hörten und erzählten es sich gern. Könige Innen wie früher gibt es nicht mehr. Höchstens auf einigen Inseln und auch Südseeinseln. Und das Volk sagte sich: Wir wissen zwei Dinge. Erstens: Laut Demokratie-Lehre sind wir Herrscher und Souverän, also sind die Politiker unsere Handwerker. Zweitens: Wir sind gutgläubig. Also sollen uns  die Politiker endlich mal ein Märchen erzählen, das wir als Lüge erkennen, damit wir endlich von unserer Gutgläubigkeit geheilt und gerettet werden.
Es überlegte lang, wie es eine solche Erkenntnis gewinnen könnte. Seine Wahl fiel schließlich auf einen Wettbewerb zwischen den Ministerpräsidenten der Bundesländer einschließlich der Stadtstaaten Hamburg und Bremen und der Bundeshauptstadt Berlin. Jeder der Regierungschefs oder Regierungschefinnen dieser politischen Einheiten Deutschlands sollte ihnen ein Wahlversprechen abgeben. Und sie sollten entscheiden, ob es wahr oder eine Lüge sei. Derjenige dieser hohen Politiker, der eine als Lüge erkennbare Versprechungen machen sollte, würde als Kandidat für das neu zu schaffende Amt des EU-Präsidenten vorgeschlagen. Die anderen, denen man glauben würde, erhielten als Trostpreis das Versprechen, bei der nächsten Wahl wiedergewählt zu werden. Damit war klar, dass keiner der Landeschefs sich einer solchen Wette entziehen würde. Jeder wollte ja eine solche Empfehlung des Volkes ausgesprochen bekommen.

Der Lügenwettbewerb.

Alle Regierungschefs versammelten sich im Münchner Olympia-Stadion.. Jeder hatte einen Versuch.  Auf den Rängen das deutsche Volk, ausgewählt von Infratest, Fernsehübertragung über die öffentlichen Sender,  Abstimmung entweder Live oder Online, weil die Piratenpartei sich durchgesetzt hatte.  Es konnte abgestimmt werden: „Wir glauben.“ Oder: „Wir glauben nicht.“

Freistaat Bayern

Nun versuchte es der Ministerpräsident des Freistaates Bayerns:
„Wir in Bayern sind ja stolz auf unsere Lederhosen. Und auf unser Bier. Und wir verteidigen den Mehrweggedanken. Nach der Wahl werden wir eine Fabrik bauen, die stellt Lederhosen her. Die kann man im Getränkemarkt abgeben und sich darin Bier abfüllen lassen. Und damit nach Hause gehen. Anstelle von Einweg oder dem umständlichen Kasten.“
„Ja, wie ist es denn im Getränkemarkt mit den Leuten. Die haben ja dann keine Hose an mehr. Das sieht ja nicht gut aus.“
„Nein, nein. Die Hosen kriegen ein inwendiges Futter, damit kann man dann wie mit einer normalen Hose laufen und gleichzeitig als Mehrwegbehälter verwenden.“
„Das glauben wir“, rief das Volk. „Du hast die Wette verloren.“

Baden-Württemberg (noch vor Rot-Grün, ist ja ein Märchen):

Der Ministerpräsident von Baden-Württemberg erhob sich. Ein Lächeln umspielte seine Lippen.
„Wir haben auch die besten Brauereien. Aber in unserem Land haben wir auch Porsche und Mercedes. Nach der Wahl verprechen wir jedem im Land einen Mercedes und eine Porsche als Draufgabe.“
„Und das Benzin und die Steuern, Versicherung und so….“, fragte das Volk hoch erfreut.
„Das wird vom Staat lebenslänglich übernommen.“
„Ein klassisches Wahlversprechen. Absolut möglich. Wir glauben es. Du hast zwar die Wette verloren. Aber wir werden auf jeden Fall an dich denken. Der nächste Kandidat bitte.“

Rheinland-Pfalz:

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz erhob sich.
„Wenn wir die Wahl gewinnen, dann dürfen sich zuerst die Männer freuen. Denn wir versprechen jedem Mann, dass er eine Weinkönigin küssen darf.“
„Wie soll denn das gehen? So viele Weinköniginnen gibt es doch nicht.“
„Wir werden überall im Lande welche ausbilden und einstellen. So viele, bis es für jeden Mann eine gibt.“
„Hört sich gut an, aber damit sind ja nicht die Frauen angesprochen.“
„Für die Frauen haben wir das besondere Bonbon. Einmal bekommen sie die Jobs als Weinkönigin mit einem fürstlichen Ministergehalt. Und diejenigen, die keinen Job als Königin bekommen, dürfen als Assistentin arbeiten. Und für jeden Kuß erhalten sie 10 Euro. Freunde, Freundinnen, auch der Mann in der Familie, alles zählt und wird prämiiert.“
Das Volk war begeistert.
„Famos. Echt kommunikativ. Das ist absolut real. Und sozial interaktiv. Wir glauben es.“ Die Wette war verloren.

Saarland:

Der saarländische Ministerpräsident sprach: „Unser Land ist zwar klein, aber fein. Und es profitiert seit eh und je von seiner unmittelbaren Nachbarschaft zu Frankreich. Und Frankreich ist bekannt für seinen Käs‘ und seinen Wein. Wenn ich die Wahl gewinne, dann lasse ich ein Fließband durch ganz Deutschland bauen. Auf dem steht dann immer Käs‘ und Wein. Und jeder kann sich so viel bedienen, wie er will.“
„Und wenn es regnet, der Käse wird naß, der Wein, da lösen sich die Etiketten doch.“
„Das Fließband wird überdacht.“
Das Volk zuckte mit den Achseln.
„Nur ein langgestreckter Aldi. Finanzielle Schwierigkeiten keine erkennbar. Machbar. Wir glauben daran. Wette verloren.“
Es wurde ernst, viele Ministerpräsidenten waren schon durch.

Thüringen:

Der Ministerpäsident von Thüringen erhob sich:
„Unser Land ist wirtschaftlich nicht so stark, aber clever. Wenn wir die Wahl gewinnen, dann lassen wir die deutschen Athleten und Athletinnen wieder mittels alter, bewährter DDR-Methoden trainieren. Dazu erhält jede(r) von ihnen einen Sportarzt aus USA. Gleichzeitig werden wir für jede Sportart spezielle Gentechniken einsetzen, dass die Sportler die Muskeln gerade da haben, wo sie benötigt werden. Unser Ansehen wird in der Welt unerreichbar sein. Und unser Land wird wieder interessant für ausländische Investoren.“
„Sportlich, sportlich. Aber einfach zu glaubwürdig. Geglaubt und verloren.“

Sachsen-Anhalt:

Der Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt trug vor:
„Wir werden Autobahnen bauen, auf denen es keinen Stau gibt. Mit zehn, zwanzig oder wenn es sein muß, mit hundert Spuren. Wer einmal warten muß und im Stau stecken bleibt, bekommt für jede Minute einen Euro überwiesen. Dazu kriegt jeder ein Formular, in dem er seine Verpätung, wenn welche sich ereignen würden, eintragen kann.“
„Wie wird das ganze kontrolliert?“
„Wir verlassen uns auf Treu und Glauben und die Ehrlichkeit der Leute.“
„Scheint machbar und gute Idee. Wir halten das für keine Lüge.“

Sachsen:

Der Ministerpräsident von Sachsen sprach laut und fest:
„Wir machen Deutschland wieder schuldenfrei. Wir lassen alle Schulden unseres Freistaates zusammenaddieren, ziehen zwanzig Nullen ab und geben jedem Schuldner eine neue Urkunde über das neue Geld namens Adlergold. Damit kann man in Deutschland so viel kaufen, wie man Schulden gehabt hat. Wir sind die Schulden los, Kaufkraft kommt ins Land, die Wirtschaft blüht, die Arbeitslosigkeit blüht negativ, also verwelkt.“
„Aber nicht jeder wird mitmachen und das Adlergold als Währung akzeptieren.“
„Man muß verhandeln, notfalls drohen, kein Adlergold auszuhändigen. Dann werden die Leute eher Adlergold akzeptieren, als Nein zu sagen.“
„Keine Lüge, der Weg aus der Schuldenfalle. Wette verloren.“

Brandenburg:

Der Ministerpräsident von Brandenburg sprach:
„Wir bauen eine Zeppelinhalle, die ganz Brandenburg überdacht, dann haben wir immer Südseeklima und einen Riesenaufschwung im Tourismus.“
Es wurde mit geklatscht.
„Endlich was für unser Land. Prima Idde. Wette verloren.“

Schleswig-Holstein:

Schleswig-Holstein war an der Reihe mit einer Ministerpräsidentin.
„Wir werden die Ostsee stauen. Überall, wo das Wasser dann ins Land fließen will, bauen wir dann Wasserkraftwerke. So haben wir immer und ewig genügend Energie.“
Das Volk akzeptierte sofort. Aber Wette verloren.

Hamburg:

Es wartete auf Hamburg, wurde immer ungeduldiger. Dort kam nun der Senatspräsident zu Wort, denn als sogenannter Stadtstaat hatte es keinen Landtag, sondern einen Senat. Und dessen Chef war der Senatspräsident, aber in jedem Fall der Regierungschef.
„Wir lassen den Hafen so breit und so tief machen, dass dort jedes Schiff der Welt rein paßt, dann senken wir die Gebühren so weit, dass wir den gesamten Schiffsverkehr Europas anziehen. Das schafft Arbeitsplätze.“
„Absolut glaubwürdig, überhaupt nicht lügenhaft. Ist das alles?“
„Nein!“ Ein feines Lächeln umspielte die Lippen des Senatspräsidenten. „Wir werden so viele Schiffe in dem Hafen gar nicht ankern lassen können. Deswegen werden wir als erste in der Welt eine zweite Etage in den Hafen einziehen lassen. Das schafft dann Platz für noch mehr Schiffe. Und wenn es nicht reicht, dann bauen wir eben noch eine Etage.“
„Hui, das hört sich gewagt an!“, riefen die ersten. Aber eine Mehrheit entschied sich dafür, es als Wahrheit anzusehen. Der Senatspräsident hatte auch die Wette verloren.

Nordrhein-Westfalen:

Die  Ministerpräsidentin von Nordrhein-Westfalen meldete sich zu Wort, mit einem Ohrring am linken Ohr, das rechte war ohne.
„Nordrhein-Westfalen macht aus dem Bergbau eine moderne Zukunftstechnologie. Die unteren Schächte der Bergwerke werden umgewandelt in Krötentunnels. Alles was tiefer liegt, wird uns den Weg in den Weltmarkt für Champignons eröffnen. Champignons brauchen ja Dunkelheit und Wärme. Die letzten Fördertürme werden zu Rutschbahnen umgewidmet, so dass gleichzeitig Kinderpolitk betrieben wird und den Eltern das Kinderkriegen wieder mehr Spaß macht.“
„Absolut in Ordnung, gut für die Kröten und die Ernährung. Wir glauben das alles, die Wette ist aber verloren.“

Berlin:

Der Senatspräsident von Berlin warf sich in Positur:
„Wir machen Berlin wieder zu dem, was es war. Das Brandenburger Tor wird tausend Meter hoch. Und in Berlin startet ein Dauer-Curry-Wurst-Wettessen. Das wird dann das ganze Jahr durch jede Stadt Deutschlands ziehen. Das bringt Appetit in unsere grauen Städte. Das schafft Arbeitsplätze, weil wir die Wirtschaft und das Handwerk unterstützen.
„Bekanntes Rezept, eigentlich nicht neu. Glauben wir.“
Jetzt wurde es aber knapp. Nur noch Bremen und Niedersachsen könnten es schaffen, dem Volk eine unglaubwürdige Wahllüge zu präsentieren.

Bremen:

Der Senatspräsident von Bremen ergriff das Mikrofon:
„Bremen ist die Heimat großer  Kaffeemarken mit internationalem Ruf. Nur wir Deutsche werden immer noch mit schlechtem Geschmack bestraft. Also werden wir dafür sorgen, dass das Produkt unserer Bremer Röstereien jedem Wähler nach Deutschland ins Haus geliefert wird. Dazu werden die Röster Verträge mit allen Wasserwerken Deutschlands abschließen und alle mit frischem Kaffee versorgen. Die Wasserwerke schicken dann den Kaffee durch die Leitungen ihren Kunden direkt nach Hause. Am Anfang, einmal in der Woche, vielleicht am Sonntag oder Montag. Und wenn die Deutschen das Angebot annehmen, werden weitere Tage in der Woche folgen.“
„Hui, das klingt schon sehr interessant, aber gewagt. Was ist, wenn der Kunde lieber Tee trinkt.“
„Kein Problem, wir legen dann eine zweite Leitung, die Tee enthält. Der Haushalt muß sich nur entscheiden, was er denn nun lieber trinkt.“
„Sehr vernünftig. Wir glauben daran.“

Niedersachsen:

Immer noch hatte kein Ministerpräsident die Wette gewonnen. Das Volk fing an, Raketen hoch zu schicken.Angst wandelte sich in Freude.  Es war im Begriff, die Wette zu gewinnen. Die Ministerpräsidenten waren einfach nicht clever genug, endlich mal eine Lüge zu servieren, die keiner glaubte. Das Volk würde mit seiner  Gutgläubigkeit die Wette gewinnen. Aber noch war ein Ministerpräsident nicht zu Wort gekommen: der Ministerpräsident Niedersachsens, der bekannt war als schlauer Fuchs, aber auch als guter Politker, dem man trauen konnte.
„Wir in Niedersachsen haben eine große Küste an der Nordsee. Da bläst kräftig der Wind. Diesen werden besser wirtschaftlich nutzen als bisher. Einmal werden wir riesige Windradparks bauen. Bei denen werden wir ein völlig neues Verfahren anwenden. Und die Windräder direkt jeweils eine hinter der anderen aufstellen, damit sich der Windstrom verstärkt.“
Unruhe entstand. Einige Zweifler meinten, dies ging nicht, da der Wind hinter jedem Windrad sich abschwäche. Aber sie wurden überstimmt. Danach fuhr der Ministerpräsident Niedersachsens fort:
„Bei Bedarf werden wir die Propeller der Windräder einfach umstellen. Dann stoppen wir den Wind, zum  Beispiel während der Touristenzeit, wenn die Leute keinen Wind wollen oder während der Erntezeit. Das hilft dann den Bauern.“
„Sehr gut… Das ist für alle gut, die Leute mit einem schmalen Geldbeutel, die in Niedersachsen Urlaub machen müssen. Aber auch gut für die Landwirtschaft und die Verbraucher.“
Auch der Ministerpräsident war im Begriff, die Wette zu verlieren. Etwas fragend schaute er auf das Volk ob so viel Gutgläubigkeit. Dann fügte er mit ernster Miene hinzu:
„Und bei Bedarf kippen wir die Windmühlenflügel in die Horizontale. Wie die Rotoren von Hubschraubern. Und lassen die Leute damit in den Urlaub nach Mallorca oder auf die Dominikanische Republik fliegen.“
Das Volk hielt inne einen kurzen Augenblick, schien zu überlegen und lachte dann laut los:
„Das ist bestimmt eine Lüge. Windräder die noch fliegen können? Das ist schon sehr gewagt. Aber wir sollen damit auch nach Mallorca oder auf die Dominikanische Republik fliegen können, das wäre wohl zu schön, um wahr zu sein. Das glauben wir nun wirklich nicht. Du hast die Wette gewonnen, wir geben uns geschlagen. Wir glauben nicht.“

Moral:

Das Volk hatte zwar gelacht,  eine Lüge erkannt zu haben. Zugleich war es traurig, dass es Märchen gab, die nicht wahr sein würden. Wie schön wäre es doch, wenn alles so käme, wie die Politiker ihnen versprachen.

Und die Ministerpräsidenten?

Später saßen die Ministerpäsidenten und Ministerpräsidentinnen noch in vertraulicher Runde zusammen. Sie beklagten:
„Wir logen immer gerade so, dass das Volk es glauben mußte. Wir müssen ja überzeugend lügen. Aber sage mal, Niedersachsen,  wie bist du denn auf Dein Wahlversprechen gekommen.“
„Natürlich ist auch mein Wahlversprechen gelogen. Genauso wie Euer aller Vorschläge, die einfach hanebüchen waren. Aber als ich sah, dass ihr alle so gut lügen konntet, dass eure Lüge nicht erkannt wurde, bekam ich es mit der Angst zu tun. Vielleicht würde man später ein Märchen erzählen, das davon berichtet, wie das Volk die Lügen der Politiker nicht erkennt.  Jetzt aber wird man ein Märchen erzählen, dass das Volk sehr wohl die Lügen der Politiker zu guter Letzt erkennen kann. Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich habe mich also für euch geopfert.“
Die Chefinnen und Chefs der deutschen Länder schauten mit großer und tiefer Dankbarkeit auf ihren Kollegen aus Niedersachsen. Der Ministerpräsident Bayerns ergriff das Wort schließlich:
„Im Namen der Anwesenden darf ich dir, lieber Lügenbruder, mein größtes Lob aussprechen. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass in unserem Kreis so viel Ehrgefühl und Anstand noch existiert. Du hast alles übertroffen, was ich schon Gutes und Anständiges im Interesse der Lüge in unserem Kreis versammelt sah.“
Der Ministerpräsident Niedersachsens lächelte gerührt und wischte sich eine winzige Träne aus dem Knopfloch.
„Und dafür werden wir zu Hause als erstes den Bundesfinanzausgleich zu deinen Gunsten ändern. Du wirst bis zu deinem Lebensende von uns so viele Überweisungen bekommen, dass du jeden Wahlkampf in Zukunft gewinnst. Denn dich wollen wir in unserer Mitte unbedingt behalten.“
So kam es nun, dass das Land Niedersachsen die Heimat von Wahrheit und Lüge wurde und für alle Zeiten dort ein Ministerpräsident als besonders schlauer Fuchs von den einen und als besonders dreister Aufschneider von den anderen angesehen wurde. Ob es dem Land geholfen hat, weiß man bis heute nicht.

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