Erwischt: Was bringt Clicks? Trau keiner Überschrift!

Haben Sie manchmal nicht den Eindruck, Sie verstehen die Märkte nicht? Der Dax verliert heute über drei Prozent. Hier eine Erklärung für das Verständisproblem: Hätten wir heute morgen nicht folgenden Satz geschrieben: „USA: Der 23. November (Erntedankfest) naht – und das „Bipartisan Committee“ von Republikanern und Demokraten zur Unterbreitung von Plänen zur Schuldenreduktion wird sich nach letzten Meldungen nicht einigen können. Crashgefahr.“ würde uns folgendes nicht weiter überraschen: Bloomberg, führendes Wirtschaftsportal der Welt meldet zum heutigen Kursrückgang:

Erklärung 1: „Aktien fallen wegen des möglichen Scheiterns des SuperKommittees (Verhandlungen zwischen Republikanern und Demokraten in Sachen US-Haushalt)“

Man glaubt den falschen Film zu sehen, wenn man heute Spiegel liest. Hier zu ein weiterer Screenshot:

Erklärung 2: Spiegel über den Kursrückgang von Dax am heutigen Tag (Montag, 21. November 2011, minus 3 Prozent) „Die Rating-Agenturen waren’s“

In dem Artikel fehlt komplett jeglicher Bezug zum US-Auslöser, kein einziges Wort über das Geschehen jenseits des Atlantiks, das hinsichtlich seiner Bedeutung mindestens genauso wichtig ist und zumal aktueller und überraschender für den Markt (Stand 1830 Uhr). Frankreichs Rating steht ja bereits seit geraumer Zeit in der Kritik. Entsprechend heftig wird auch im Spiegel-Forum gegen die Bösewichte gewettert und geclickt – mal hier und da auch auf Werbung. Rechnung aufgegangen. Was bringt mehr Clicks?

Leider gibt es eine traurige Wahrheit. Der Vorgang dürfte symptomatisch sein, und der Verdacht drängt sich auf, dass die Intransparenz des modernen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Geschehens ein Wahrnehmungsproblem für das Wahl- und Steuervolk erzeugt, das von medialen und politischen Systemen, ihren Repräsentanten in Power und Pension leider zu oft manipulativ genutzt wird. News ist Herrschaft. Philosoph Habermas frißt seine Kinder. Bitte noch ein Espresso. (dwoec 2011-11-21).

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