Schuldenkrise: Schuldenverlauf in Deutschland seit 1950.

Nachfolgend die Staatsschulden pro Person in Deutschland seit 1950. Die Perioden beziehen sich auf 5-Jahresintervalle zwischen 1950 bis 2010 (2011, geschätzt, für die deutsche Pro-Kopf-Belastung haben wir bereits im Vergleich der Eurozonenstaaten gezeigt). Die Diagramme zeigen die deutsche Pro-Kopf-Belastung absolut in Euro (für frühere Intervalle zurückgerechnet), anschließend das prozentuale Plus für die Intervalle ab 1960 und schließlich das absolute Pro-Kopf-Plus für die Intervalle ab 1960.

Die Staatsschulden pro Person absolut ab 1950:

Die Staatsschulden pro Person absolut ab 1950.

Wie hat sich diese Belastung für den Einzelnen in Deutschland prozentual ausgewirkt? Wir betrachten nachfolgend ab 1960  die zusätzliche Belastung, die sich in den  jeweils abgelaufenen fünf Jahren pro Kopf ergeben hat:

Prozentuale Zunahme der Staatsschulden-Belastung pro Person im letzten 5-Jahres-Intervall.

Was war das absolute Plus an Belastung, das in den letzten fünf Jahren in Deutschland pro Kopf jeweils hinzugekommen ist. Diese Frage beantwortet das letzte Diagramm:

Zusätzliche Staatsschulden pro Person im Vergleich der jeweils letzten fünf Jahre.(Click auf das Bild: höhere Auflösung).
Interpretation:

Kurze Bemerkung, die man doch jetzt machen sollte: Staatsschulden sind ökonomisch und damit politisch zunächst unmittelbar eine Frage der Belastung durch Steuern für den Einzelnen. Die Problematik sitzt tiefer und woanders, vielleicht dort, wo man sie nicht entdecken soll. In der Sozialen Marktwirtschaft wird die Verteilung durch ein zweigeteiltes System geregelt: Durch den Markt als wirtschaftlicher Leistungsindikator und durch den Staat in der Funktion als politischer Sachwalter der Balance von Bedarfs- und Leistungsgerechtigkeit mit Hilfe von Steuergestaltung und Transfermaßnahmen. Staatsschulden verwässern diesen Prozess jedoch bis zur Unkenntlichkeit. Und setzen ihn außer Kraft, bis man zu dem absurden Ergebnis gelangt, dass  Wahlversprechungen mit Staatsschulden finanziert werden und die Zinsen hierfür von den eben Beschenkten durch die staatliche Finanzverwaltung über den Steuermechanismus automatisch zurückgeholt werden – und über das Finanzsystem im Falle der heute gängigen Auslandsverschuldung an reiche Investoren in London, New York, Florida (alles nur Beispiele) weiter geleitet werden. Dieses Drama spielt sich hunderttausendfach in Deutschland tagtäglich an jeder Tankstelle ab. Hartz-IV-Empfänger (ob verschuldet oder nicht) zahlen für ihre Tankfüllung (ob Rostlaube oder nicht) Mineralölsteuer und darauf die Mehrwertsteuer, die dann hilft, die Zinslast der Staaten, nicht nur in Deutschland, zu bedienen. Und weiter zu verteilen. Es ist logisch unmöglich ein System zu definieren, das in sich n i c h t abgeschlossen ist. Unsere These: Soziale Marktwirtschaft setzt prinzipiell einen ausgeglichenen Haushalt voraus. Also Staatsschulden gleich Null. Spätestens seit 1970 haben wir keine Soziale Marktwirtschaft mehr.

PS. Wenn Sie sich es leisten können, fliegen Sie nach Florida. Es ist sehr schön. Und es gibt dort guten Kaffee überall.

Hinweis: Nominale laufende Werte (dwoec_2011-11-24)

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