Krise verstehen heißt Chaos verstehen: Zeitraffer 2011.

2011-01-01 Estland führt den Euro ein. Als 17. Mitglied der Eurozone führt Estland den Euro ein.

2011-01-01  Deutschland, Eine Million Kunden wechseln die Bank. Die Santander Consumer Bank startet das Jahr in Deutschland mit einer Million neuer Kunden und 173 Filialen, die sie von der schwedischen SEB übernommen hat.

2011-01-04, Zinsen steigen in den USA und Europa. Die Rendite auf 10-Year-Treasuries steht heute bei 3,35 Prozent – nach einem Tief von 2,33 Prozent im Oktober 2010. Der Bund-Future steht bei 126, 10 nach einem Hoch im Herbst 2010 von über 134 Punkten. Die steigenden Zinsen gehen einher mit steigenden Aktienkursen. Der amerikanische S&P-500 erklimmt ein weiteres Hoch nach dem 2. September 2008. Aber genau ab diesem Höhepunkt fangen die Zinsen wieder an zu fallen.

2011-01-07 US-Fed Chef Ben Bernanke über US-Jobs. In einer Senatsanhörung vom 7. Januar 2011 sagt Federal Reserve Board Vorsitzender Ben Bernanke, dass die amerikanische Wirtschaft ganze acht Millionen Arbeitsplätze verloren hat. Erst wenn es zu einem Anstieg der Beschäftigtenzahlen komme, könne man über ein Ende der geldpolitischen Lockerung nachdenken.

2011-01-08 Shanghai löst Singapur als Hafen mit dem weltweit größten Umschlag ab. Nach einer Meldung der Stadtverwaltung von Shanghai hat der Hafen von Shanghai in 2010 dem Hafen von Singapur die Führung aller Häfen in der Welt gemessen am Warenumschlag (mit einem Umschlag von 29, 05 Millionen 20-Fuß-Container-Rechnungseinheiten oder 650 Mitllionen Tonnen) abgenommen.

2011-01-10 EU-Preissteigerung erstmals wieder über 2 Prozent. Seit zwei Jahren liegt die Preissteigerung in der EU mit 2,2 Prozent über dem jährlichen Inflationsziel von zwei Prozent, das sich die EZB offiziell gesetzt hat. (Vorabschätzung Eurostat).

2011-01-12 Deutschland holt den Einbruch zu einem Teil auf. Die deutsche Wirtschaft wächst im Jahr 2010 preisbereinigt (real) um 3,6 Prozent (2009 – 4,7 Prozent) und hat gemessen an Wirtschaftsleistung den Einbruch des vergangenen Jahres zu drei Viertel aufgeholt.

2011-01-13 Deutschland mit moderater Preissteigerung. Die Verbraucherpreise sind im Jahr 2010 im Schnitt um 1,1 Prozent gestiegen – etwas mehr als im Nachkrisenjahr 2009, aber immer noch weit unter dem langjährigen statistischen Schnitt.

2011-01-14 Indien, Inflation steigt auf 8,4 Prozent. Die indischen Großhandelspreise steigten um 8,4 Prozent. Die Börse fällt heute um 1,7 Prozent und steht heute 10 Prozent unter ihrem Hoch im November 2010.

2011-01-14 USA, Niedrigste Inflationsrate seit 1958. Die sog. „Core prices“ (Kernpreise der Kerninflationsrate, d.h. ohne die volatilen Energie-und Lebensmittelpreise) steigen in den USA in 2010 um 0,8 Prozent, das ist der geringste Preisanstieg seit Einführung des CPI (Consumer Price Index) in 1958. Der Index wird vom Labor Department der USA veröffentlicht.

2011-01-14 Fitch stuft Griechenlands Schulden auf Junk. Fitch stuft Griechenlands langfristige Schulden auf ‚BB+‘ und die kurfristigen Verbindlichkeiten auf  B herab. Griechenlands Wirtschaft schrumpft und zugleich nimmt das Defizit nicht schnell genug ab.

2011-01-18 US-Aktienmarkt, S&P-Index um 91 Prozent über seinem Jahrestief 2009. Der S&P 500-Index notiert inzwischen 91 Prozent über seinem Tief im März 2009. Fast Ähnliches kann man vom deutschen DAX vermelden.

2011-01-21 Deutschland Geschäftsklima auf Rekordhoch. Am Freitag, den 21, Januar 2011 veröffentlicht das IFO-Institut ihren Geschäftsklima-Index, der auf ein Rekordhoch seit der deutschen Wiedervereinigung in 1991 steigt.

2011-01-21 Asien steigert die Weltstahlproduktion auf Rekordniveau. Zwei Drittel der Weltstahlproduktion entfallen inzwischen auf Asien – und sie erreicht mit 1, 4 Milliarden Tonnen in 2010 ein historisches Hoch.

2011-01-24 Deutschland, Zinstief vorbei. Der Kurs des deutschen Bund-Future, ein Maß für die Bewertung von  Anleihen und damit der Zinsen, hat nach einer steilen Spitze erneut den Stand vor zwölf Monaten erreicht. Das letzte absolute auch historische Zinstief ist damit durchschritten. Scheint es.

2011-01-27 Schweiz, Davos-Gipfel macht auf Optimismus. Weltwirtschaftsforum in Davos: Die Teilnehmer, die aus dem offiziellen System stammen (Banken, Politik, Staat) stammen preisen den Aufschwung: Deutschland ist Modell (Merkel), der Euro wird nie untergehen (Sarkozy), das Wachstum in den USA steigt wieder (Summers). Auf der anderen Seite die Wissenschaftler wie Stieglitz: Den USA droht eine Stagnation nach japanischem Muster.

2011-01-28 Ägypten-Unruhen lassen die Geldmarktzinsen in den Schwellenländern steigen. Die heftigen Demonstrationen gegen das Mubarak-Regime führen zu dem (seit 2008) stärksten Anstieg des „JPMorgan Chase & Co.’s ELMI+ Index of short- term debt in emerging markets“ (Geldmarktzinsen in den Schwelleländern) von einem Rekordtief von 1,74 Prozent am 31. Dezember 2010 auf 2,5 Prozent am 28. Januar 2011.

2011-02-04 USA, Zinsanstieg hält weiter an. US-Anleihen zeigen sich weiterhin sehr schwach. Zehnjährige Treasuries rentieren jetzt bereits bei 3,64 Prozent (nach kurzfristig 3,66 Prozent) und haben das höchste Niveau seit Anfang Mai 2010 erreicht. Der Dow Jones notiert erneut über 12.000 Punkten.

2011-02-05 Äypten, Präsident Mubarak tritt vom ersten Posten ab. Der umstrittene Präsident Mubarak, dessen Rücktritt insbesondere auf dem berühmt gewordenen Tahrir-Platz von den Demonstranten seit mehr als zehn Tagen gefordert wird, tritt als Chef der Regierungspartei NDP ab.

2011-02-07 Rohstoffmärkte, Der Preis für Kupfer auf Allzeithoch. Der Preis für ein Pfund Kupfer erreicht erstmals ein Allzeithoch von 4,6375 USDoller in New York.

2011-02-07 Schwellenländer melden hohe Wachstumsraten. Die Statistker Indonesiens geben ein Wachstum der Wirtschaft des Landes von 6,9 Prozent für das letzte Quartal des Jahres 2010 im Vorjahresvergleich bekannt. Indiens Wirtschaft ist in 2010 mit 8,6 Prozent gewachsen.

2011-02-08 China erhöht erneut die Zinsen. Am 8. Februar 2011 erhöht China zum dritten Mal seit Ende Oktober die Zinsen – inzwischen von zuvor 5,81 auf (ab morgen) 6,06 Prozent (Benchmark Ein-Jahres-Kreditzinssatz). Die Rohstoffmärkte reagieren mit fallenden Notierungen.

2011-02-10 Deutschland, USA Deutsche Börse fusioniert mit NYSE. Am Donnerstag, den 10. Februar 2011 wird bekannt, das die New York Stock Exchange (NYSE), 291 Jahre altes Symbol des amerikanischen Kapitalismus, mit der Deutschen Börse ein Gemeinschaftsunternehmen bilden wird, in dem der deutsche Partner die Mehrheit übernimmt. Die NYSE ist im stetigen Niedergang in den letzten Jahren: Zu wenig Elektronik, zu wenig Handel mit Derivaten, zu große Konkurrenz innerhalb der Gruppe der inzwischen 50 Handelsplätze weltweit und daher extrem gefallenen geringen Provisionssätzen. Die Deutsche Börse dagegen ist auf die neuen Geschäfte eingestiegen. Später scheitert die Fusion aus Kartellgründen.

2011-02-11 Ägypten Mubarak tritt zurück. Nach 18 Tagen Demonstration insbesondere auf dem Tahrir-Platz in Kairo tritt Präsident Hosni Mubarak unter dem Jubel der Ägypter und den Sorgen Israels zurück. Der Ölpreis fällt im Augenblick der Meldung um anderthalb Dollar.

2011-02-14 China überholt Japan als zweitgrößte Wirtschaftsmacht (gemessen am BIP).  (Bloomberg) Am Montag, den 14. Februar 2011, ist es offiziell. China überholt in 2010 mit einem BIP von 5880000 Milliarden (5,88 Billiarden) Dollar Japans entsprechende Wirtschaftsleistung von 54470000 Milliarden Dollar. Japans Wirtschaft schrumpfte im vierten Quartal 2010 um 0,3 Prozent (annualisiert 1,1 Prozent), Chinas Wirtschaft expandierte fast um 10 Prozent, allerdings von einem deutlich tieferen Niveau. Die Aufholjagd geht weiter.

2011-02-17 Baumwolle historisch erstmals bei 2 Dollar. An der New York Rohstoffbörse (NYC) erreicht der Baumwollpreis erstmals die Zwei-Dollar-Marke je Pfund lbm.

2011-02-18 Deutschland, Bankenverband schreibt Griechenland ab. (Financial Times Deutschland) Am Freitag, dem 18. Februar 2011, traut man sich an die Wahrheit ran. Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) rechnet in einer öffentlichen Erklärung nicht mehr damit, dass Griechenland seine Finanzprobleme ohne Umschuldung lösen kann. Daher empfiehlt der Verband beim kommenden europäischen Stresstest nicht nur die Staatsanleihen unter die Lupe zu nehmen, sondern auch das so genannte Bankbuch zu testen.

2011-02-22 Weltweit, Aktien fallen. Die immer mehr bürgerkriegsähnlichen Zustände in Lybien (Ghaddafi) drücken die Aktienkurse recht stark, aber nicht in Panikzustände. Der S&P 500 fällt um 2,2 Prozent, stärkster Tagesverlust in 6 Monaten, auf 1.313,92 Punkte, der Dow Jones Industrial auf 12.202 Zähler (- 1,5 Prozent). Auch der Ölpreis steigt deutlich, Brent bei über 106 Dollar je Barrel.

2011-02-25 USA, Wall Street mit stärkstem Kursrückgang seit drei Monaten. (Bloomberg) Die US-Aktien registrieren in der am Freitag, den 25. Februar 2011 abgelaufenen Woche den stärksten Wochenverlust seit drei Monaten. Statistische Erinnerungen werden wach. Es sind bisher alle Perioden mit stark steigenden Ölpreisen von einer Folgerezessionen belastet.

2011-03-01, Welt, Aktienmärkte erst hoch und dann steil runter. Am Dienstagmorgen, den 1. März 2011, steigen viele Aktienindizes, obwohl die Libyen und Arabien-Krise noch in vollem Gang sind. US-Dow (am Vorabend), japanischer Nikkei (in der Nacht), deutscher Dax (am Morgen) steigen um 0,8 bis 1,2 Prozent. Die ägyptische Börse wird nach einer Pause von einem Monat am 6. März wieder öffnen, bisher hat der ägyptische Index EGX rund 21 Prozent seit Jahresanfang verloren. Auch das ägyptische Pfund ist unter Druck. China und Korea eher verhalten. Aber nachmittags sieht die Welt anders aus: Ol auf 29-Monats-hoch bei 99,63 für WTI, 115,46 für Brent-Kontrakte, Unze-Feingold wieder auf Rekordhoch bei 1.435.60 Dollar, Saudi Arabia Tadawul All Share Index mit minus 6,8 Prozent (stärkster Tagesverlust seit November 2008).

2011-03-02, Welt, Aktienmärkte weiter unsicher. Der Dubai DFM-Aktienindex steht inzwischen auf einem Siebenjahres-Tief, der Index der Aktien in Saudi-Arabien auf dem tiefsten Stand seit April 2009.

2011-03-03, USA, Benzinpreise an der Tankstelle steigen heftig.  AAA, die größte US-Automobilisten-Organisation, berichtet über einen Preisanstieg von 20 Cents auf durchschnittlich 3,27 Dollar je Gallone Benzin in den USA, dem stärksten Anstieg in der Periode bis 5. September 2005, jenem Tag, da Hurrikan Katrina die Mississippi-Stadt New-Orleans verwüstet.

2011-03-03 Frankfurt, EZB sieht Inflationsgefahren. EZB-Trichet signalisiert die Möglichkeit einer baldigen Zinserhöhung angesichts steigender Inflationsgefahren im Euro-Raum. Es wird im Markt spekuliert über zunächst um 25 Basispunkte im April und später erneut um 25 Basispunkte. Anders Fed-Chef Bernanke, der bei der Fast-Null-Zins-Politik bleiben will. Andere Länder wie China, Vietnam, Indien, Australien oder Großbritannien praktizieren oder tendieren zu Zinserhöhungen.

2011-03-04, USA, Kalifornien steht vor der 4-Dollar-Marke beim Benzinpreis. Der kalifornische Benzin-Preis nähert sich der 4-Dollar-Marke je Gallone. Es ist mit Auswirkungen auf die Konsumentenlaune zu rechnen.

2011-03-07 Griechenland, Staatsanleihen werden weiter herabgestuft. Die Rating-Agentur Moody’s senkt die Bewertung griechischer Staatsanleihen in einem Schritt um drei Noten  – von bislang „Ba1“ auf hoch spekulative „B1“ und bewertet den Ausblick negativ und signalisiert damit eine mögliche weitere Verschlechterung des Ratings.

2011-03-12 Japan, Jahrhunderte-Erdbeben, Tsunami und Nuklear-Fall in Fukushima. Ein gewaltiges Erdbeben, ein anschließender Tsunami und die Kernschmelze des Fukushima Daichi-Reaktors bedrohen Japan und halten die Welt in Atem.

2011-03-12 Euro-Zone einigt sich auf Kreditlinie. Die Euro-Länder einigen sich auf eine Ausweitung der Kapazität zur Kreditvergabe innerhalb des Krisenmechanismuses und – auf Drängen der Europäischen Zentralbank (EZB) – auch darauf, dass sowohl der aktuelle Hilfsonds EFSF als auch sein Nachfolger ESM Anleihen von klammen Staaten erwerben darf – und zwar nur direkt von den betroffenen Ländern und nicht von Investoren. Damit wird die EZB von der Notwendigkeit von Käufen von Anleihen der „Schwachländer“ an den Sekundärmarkt entlastet.

2011-03-13 Japan, Steigende Sorge um eine mögliche Kernschmelze. Die Welt sorgt sich um Japan und eine mögliche Atom-Katastrophe in Fukushima und seinen drei Blöcken.

2011-03-14 Japan, Tokyo-Notierungen mit starkem Minus. Der japanische Nikkei-Index fällt mit 6,6 Prozent so stark wie seit zwei Jahren nicht mehr und schließt bei 9.620,49 Punkten. Japan zeigt sich bei Arbeitsantritt und Energiesparen extrem pflichtbewußt und diszipliniert. In Europa verkündet die Bundeskanzlerin Merkel eine Pause beim Moratorium für den Ausstieg aus der Kernenergie. Zugleich marschiet eine unbekannte Zahl von ausländischen Soldaten in Bahrein ein.

2011-03-17 Weltweite Devisenmärkte, Yen auf Rekordhoch zu US-Dollar. Zahlreiche Privatinvestoren lösen ihre Carry-Trades gegen US-Dollar und australischem Dollar auf. Der Yen springt in der Nacht von 16. auf 17. März 2011 (vier Handelstage nach dem Jahrhundertbeben in Ost-Japan) von vor dem Beben 82,8 Yen je Dollar auf das historische Hoch von 76,25 Yen gegen den US-Dollar. Der Kurs stand noch bei 120 Yen je Dollar Mitte 2007. Unterhalb der historischen Marke von 79,70 Yen vom April 1995 verschärften Stopp-Loss-Aufträge die Abwärtsbewegung.

2011-03-18 G7 einigt sich auf Interventionen am Devisenmarkt. Der japanische Finanzministr Minister Yoshihiko Noda erklärt, dass  -erstmals nach zehn Jahren- die Gruppe der G7 (U.S., Germany, France, Canada, Italy,  U.K., Japan) sich auf Deviseninternventionen gegen die weitere Aufwertung des Yens geeinigt habe. Als erstes Land greift Japan heute nacht (MEZ) bereits ein. Die übrigen Staaten der G7 ziehen im Laufe des Tages nach. Zunächst fällt der Yen in der heutigen Nacht (MEZ) um 3,4 Prozent auf 81,70 USD, gegenüber Euro um 3,8 Prozent auf 114.93. Der Nikkei 225 steigt heute um 2,8 Prozent.

2011-04-06 Gold und Silber in London mit neuen Rekordhochs. (finanzen.net) Am Mittwoch, dem 06.04.2011, steigt derGoldpreis je Feinunze (rund 31 Gramm) im Vormittagshandel auf bis zu 1.458,80 US-Dollar. Damit wird der jüngste Rekordwert vom Dienstag um knapp einen Dollar übertroffen. Auch der Silberpreis steigt weiter auf einen neuen 31-Jahresrekord bei 39,48 Dollar. Zum Teil wird diese Entwicklung auf den schwächeren US-Dollar zurückgeführt, da damit ein Investment in die in USD notierten Edelmetalle billiger wird.

2011-04-06 Portugal flüchtet unter den Euro-Rettungsschirm. (Financial Times Deutschland) Portugals Ministerpräsident Socrates vermeldet im Fernsehen des Landes, dass Portugal jetzt ausländische Finanzhilfe braucht. Gleichermaßen Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos in der Wirtschaftszeitung „Jornal de Negócios“ am Mittwochabend, es sei „nötig, die Finanzierungsmechanismen im europäischen Rahmen zu nutzen“. Portugals Staat bekommt Kredite nur noch zu zehn Prozent, einkalkuliert im Haushalt des Landes sind sieben Prozent. Griechenland, Irland und Portugal hängen jetzt bereits am „Liquiditätsschnuller“ von IWF und Eurozone.

2011-04-06 EZB erhöht um 0,25 Prozent. Nach einer Pause von drei Jahren (Juli 2008) erhöht die EZB in Frankfurt unter Jean-Claude Trichet erstmals wieder die Zinsen um 0,25 Prozent auf 1,25 Prozent (sog. Haupt-Refinanzierungsfazilität). Es handelt sich um die erste Zinserhöhung der EZB überhaupt, die vor einer entsprechenden Zinserhöhung der US-Fed stattfindet. Die EZB folgt mit der Zinserhöhung den Zentralbanken in China, Indien, Polen und Schweden, während Großbritannien trotz höherer Inflation den Zinssatz bei 0,5 Prozent beläßt.

2011-04-08 Portugal erhält 80 Milliarden Hilfe. (welt-Online) Das Hilfspaket der Eurozone für Portugal wird sich auf 80 Milliarden Euro belaufen, davon 15 Milliarden Euro Bürgschaftsvolumen für Deutschland. Wie üblich bei solchen Meldungen, von Portugal werden höhere finanzielle Sanierungsmaßnahmen verlangt.

2011-04-15 Indien, Inflation nach wie vor hoch. (bloomberg.com) Die Inflation in Indien bleibt ein Problem. Im März 2011 steigen die Großhandelspreise des Landes um 8,98 Prozent gegenüber dem Vorjahr – nach einem Anstieg von 8,31 Prozent im Februar. Das Wirtschaftsprodukt des Landes steigt im März um ca. 9,25 Prozent.

2011-04-18 USA S&P senkt den Ausblick für US-Staatsanleihen (www.bloomberg.com) Die Rating-Agentur Standard & Poor senkt den weiteren Ausblick für die US-Staatsanleihen, die bisher mit der Best-Note AAA notiert sind, auf negativen Ausblick, was bedeutet, dass eine Senkung des Ratings in Aussicht steht, wenn keine tiefgreifende, erfolgreiche Maßnahmen zur Reduktions des Budget-Defizits durch die amerikanischen Parteien erreicht wird. Die Meldung schickt die US-Börsenkurse auf Talfahrt, während in Europa die Aussicht auf eine Umschuldung der griechischen Staatsanleihen dort die Börsen belastet.

2011-04-19 USA, Gold steigt auf das neue Allzeithoch von 1500 USD je Feinunze. (Bloomberg Online) An der Comex in New York steigt der Goldpreis während der Sitzung auf 1500 USD je Feinunze, um bei 1495,10 USD zu schließen. Für sofortige Lieferung schließt Gold bei 1499,32 USD, einem Allzeit-Hoch. Hintergrund sind die Befürchtungen um eine Herabstufung der US-Staatsanleihen.

2011-04-20 Welt-Börsen, Alles steigt – bis auf den US-Dollar.  Intel gibt einen positiven Ergebnisausblick aus, die Gewinnsaison kündigt sich mit „Höher-Als-Erwartet-Gewinnen“ an – und die Börsen, ob Aktien ((MSCI-World-Index MXWO mit Plus von zwei Prozent. so starker Anstieg wie seit 2009 nicht mehr), Gold, Metalle oder Weizen steigen stark. Nur einige Währungen wie der US-Dollar, das britische Pfund und Staatsanleihen fallen, der US-Dollar auf den niedrigsten Stand seit 2009. Die Bullen oder Optimisten übernehmen das Kommando, wie man sagt. Oder ist ein weltweiter Short-Squeeze? Oder ist es die Automatik der automatischen Kaufprogramme? Who knows!

2011-04-29 Welt-Börsen boomen weiter, US-Dollar fällt, Öl, Gold und Silber steigen. Der S&P-500 steht schon wieder bei 1363 Zählern. Gold erreicht in einer einmaligen Rallye von acht aufeinanderfolgenden Monaten mit Preisantieg ein weiteres historisches Hoch bei 1570 USD je Feinunze, der Silberpreis steigt allein im April 2011 um 28 Prozent, der stärkste Monatsantieg seit 1983, was wiederum dazu führt, dass die Chicago Mercantile Exchange innerhalb einer Woche zum zweiten Mal die marging für Silberterminkontrakte erhöht, diesmal um 13 Prozent. Am kommenden Montag wird der Kurs für Silber daher um ganze elf Prozent fallen. Rohöl steigt auf 113 USD je Barrel für Lieferkontrakte für Juni. Nur der US-Dollar fällt und fällt.

2011-05-02 Silber stürzt ab, Osama Bin Laden wird getötet. Der Al Kaida-Führer Osama Bin Laden wird in Pakistan von einem US-Spezialkommando mitten in der Nacht (lokale Zeit) getötet. Die Erhöhung der Sicherheitshinterlegung für Silber-Terminkontrakte durch die CME zeigt Wirkung: Der Silberpreis fällt um 11 Prozent innerhalb on Minuten am Montagmorgen. Beim derzeitgen Übermaß an Longpositionen bei Silber (25mal mehr als Short) ist die Panik ganz nahe.

2011-05-02 Europa Jahreshoch. Danach ging es nur abwärts. (Finanzen.net) Der Dax erreicht am Montag, den 2. Mai 2011 ein Jahreshoch von intraday 7.600,41 Zählern und schließt mit 7527,64. Auch der Dow Jones steigt auf sein intraday Jahreshoch von 12.876,00 Zählern. Selten war die alte Börsenweisheit so wahr: Sell in May and go away.

2011-05-15 Barack Obama warnt vor einem US-Zahlungsausfall. Die US-Parteien sind auf dem Weg zu eiem Konsens darüber, dass die USA ihr gesetzliches Schuldenlimit weiter erhöhen müssen. Auch die Republikaner fügen sich in diese Einsicht, fordern aber grundlegendere Kürzungen. Der US-Präsident warnt davor, dass ein Zahlungsausfall des US-Staates die Welt in eine neue finanzielle Krise stürzen würde.

2011-05-15 New York, IWF-Chef im Zwielicht. Am Sonntag, dem 15. Mai 2011, wird IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Flughafen Kennedy Airport in New York noch im Flugzeug verhaftet wegen angeblicher sexueller Belästigung einer Hotelangestellten. Normalerweise ist Sex kein Thema hier, aber diese Meldung läßt sich nicht vermeiden.

2011-05-16 Europa, Finanzminister billigen Nothilfe für Portugal. Nach Griechenland und Irland erhält Portugal als drittes Land der Eurozone eine milliardenschwere Unterstützung für seine Staatsanleihen. Die Euro-Finanzminister billigen am Montag, dem 16 Mai 2011, eine Nothilfe über einen Zeitraum von drei Jahren von 78 Milliarden Euro. Die Mittel, für die Portugal 5,7 Prozent Zinsen zahlen soll, stammen zu je einem Drittel (26 Milliarden Euro) aus einem EU-Topf, dem befristeten Eurorettungsfonds EFSF sowie dem IWF. Deutschland haftet mit insgesamt mit mehr als 14 Milliarden Euro.

2011-05-18 Weltweit, Optimistische Prognosen zu den Börsen. Zum Beispiel auf deutschen Finanzportalen liest man folgendes sinngemäß: „Größere Enttäuschungen für den Aktienmarkt sind dabei nicht zu erwarten.“ Oder: “ Charttechnisch positive Bedingungen für den deutschen Aktienmarkt sieht Analyst xxxxl von der xxx“. Oder: „Etwas vorsichtiger äußerten sich die Experten der Lxxxx. Auf kurze Sicht habe der DAX wegen der überkauften Marktlage und der anhaltenden Unsicherheit Rückschlagpotenzial, heißt es in einer aktuellen Studie. Im Bankensektor herrsche noch Misstrauen und mit der auslaufenden Berichtssaison fehlten bald auch Impulsgeber für weitere Kursgewinne. Doch insgesamt scheine die Finanzkrise bei den Aktienanlegern ihren Schrecken weitgehend verloren zu haben.“ Oder: „Der deutsche Aktienmarkt dürfte auch weiter von der in den vergangenen Wochen aufgehellten Stimmung profitieren, heißt es mit Blick auf die jüngsten, überraschend gut ausgefallenen Konjunkturdaten für Deutschland.“

2011-05-20 Griechenland erneut herabgestuft. Die Rating-Agentur Fitch senkt ihr Rating für Griechenlands Staatsschulden auf B+, vier Stufen unter Investment-Grade“ und schließt sich damit dem entsprechenden Schritt der Rating-Agentur Standard & Poor’s am 9. Mai 2011 an. Die von den EU-Finanzministern ventilierte Idee einer Laufzeitverlängerung griechischer Staatsschulden wird als gleichbedeutend mit Bankrott gewertet. Zweijährige Staatsanleihen aus Griechenland rentieren bereits mit 25 Prozent.

2011-05-20 US, IMF billigt Portugal-Rettungspaket. (Freitag, 20. Mai 2011, IMF) Der Internationale Währungsfonds billigt seinen Beitrag von 26 Milliarden Euro (36,8 Mrd USD) für das Finanzpaket zur Hilfe Portugals und bezieht sich auf ein zufriedenstellendes Maßnahmenbündel der Regierung Portugals zur Stabilisierung der Wrtschaft und Finanzen des Landes.

2011-05-27 Deutschland: Optimistische Prognosen zu den Börsen. Nicht nur in Deutschland gibt es am Ende des Monats Mai („Sell in May and go away2) trendgemäß höchst  optimistische Prognosen: „Erfahrene Börsianer wie xxxx macht dies auch nicht nervös. Er geht davon aus, dass die Krise nicht so schlimm sein kann, wenn alle Welt darüber redet. Denn wirkliche Krisen würde man vorher gar nicht erkennen. Als Beispiel nennt er die Bankenkrise. Sein Rat lautet daher: Man sollte Aktien kaufen, da sieben fette Aktienjahre bevorstehen.“

2011-05-28 Wall Street: Vierte Woche in Folge im Rückwärtsgang. Die amerikanischen Aktien schließen am Freitag, dem 28. Mai 2011, die vierte Woche in Folge mit einem leichten Verlust. Nur Aktien im Bereich Rohstoff und Metallwirtschaft legen zu. Der G8-Gipfel diese Woche einigt sich auf Hilfen für die arabischen Länder, während die Sorge um eine Verzögerung der fünften IWF-Tranche an Griechenland und erste negative Ratings der Staatsanleihen Italiens Sorgen auslösen. Trotzdem steigt der Euro leicht.

2011-06-24 Eurozone, Mario Draghi neuer EZB-Chef. Der EU-Gipfel kürt den Präsidenten der italienischen Zentralbank zum Nachfolger von Jean-Claude Trichet als neuen Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB).

2011-06-24 Eurozone, Griechenland-Hilfe geht in die zweite Runde. Die EU-Staats- und Regierungschefs verabreden auf ihrem Gipfel an diesem Freitag in Brüssel ein neues, zweites Hilfspaket für Griechenland unter Beteiligung der Banken in Aussicht.Die Verhandlungen mit den Banken spielen eine entscheidende Rolle. Die EU will rascher Geld aus EU-Fördermitteln dem Land bereitstellen.

2011-06-28 USA, Washington, Lagarde erste weibliche Führung des IWF. Christine Lagarde, 55, derzeit Frankreichs Finanzministerin. wird in einer Konsenswahl zur neuen Direktorin des IWF gewählt und tritt als elfter Chef des IWF ab 5. Juli 2011 eine fünfjährige Amtsperiode an – als erste Frau auf diesem Posten.

2011-07-06 Portugals Rating auf Junk gesenkt (Bloomberg-online) Die Ratingagentur Moody´s senkt das Rating für portugiesische Staatsschulden von Ba2 auf Baa1 und stellt eine negative weitere Entwicklung in Aussicht. Die Begründung lautet, dass Portugal es trotz des massiven 78-Milliarden-Euro-Hilfspakets vor zwei Monaten nicht gelingen werde, seine Staatsfinanzen zu konsolidieren. Die Rating-Abstufung kommt Stunden vor einer Versteigerung von einer Milliarde portugiesischer Staatsanleihen.

2011-07-07-EZB erhöht Leitzinsen. Die Europäische Zentralbank erhöht den Leitzins für die Euro-Zone um 25 Basispunkte auf 1,5 Prozent.

2011-07-11 Eurozone, Italien kommt ins Gerede. In der Eurozone kommen an diesem Montag die Staatsschulden Italiens verstärkt ins Gerede. Am vergangenen Freitag fielen bereits die Kurse der italienischen Unicredit, der größten Bank Italiens, um mehr als acht Prozent. In Brüssel treffen sich die Finanzminister der EU, um die Situation zu beraten. Die Forderungen nach Verdopplung des Euro-Rettungsfonds auf 1500 Milliarden Euro werden lauter, eine Teilumschuldung Griechenlands wird wahrscheinlicher.

2011-07-13, USA, Washington, Fed-Chef Bernanke sinniert über weiterhin lockere Geldpolitik. (Bloomberg-online) Vor dem House Financial Services Committee wiederholt Ben S. Bernanke die Absichten einer weiteren monetären Unterstützung der US-Konjunktur via möglichem Aufkauf weiterer Staatsanleihen oder der Beibehaltung der Politik niedriger Zinsen. Die Aktienmärkte reagieren mit deutlichem Plus.

2011-07-13, USA, New Work Gold steigt auf neues Rekordhoch. (Bloomberg-online) Die Unruhe über die europäische Schuldenkrise bewegt die Edelmetallmärkte. Nach einem historischen Hoch von 1577 USD steigt der Preis für eine Unze-Gold-Future für Lieferung August an der Comex in New York auf 1586 US-Dollar um 10.53 Uhr Lokalzeit. Silber-Futures machen mit 6,9 Prozent auf 38,08 je Unze den größten Preissprung seit März 2009.

2011-07-13, USA, Moody’s warnt die USA mit angedrohter Rating-Senkung. Mittwoch dieser Woche: Moody’s droht den USA wegen der anhaltenden Debatten über die Erhöhung des Debt-Ceiling mit einer möglichen Abstufung des Ratings.

2011-07-13  S&P setzt USA auf Credit Watch. Am 14. Juli 2011 setzt die Rating-Angentur Standard & Poor’s das U.S. AAA rating für seine Staatsschulen auf “CreditWatch”  und gibt eine Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an, dass eine Herabstufung erfolgt, wenn nicht innerhalb der nächsten 90 Tage eine Einigung im Kongress über den sog. „Debt Ceiling“, den Schuldendeckel, zustande käme.

2011-07-15 USA, Verbrauchervertrauen auf Zwei-Jahres-Tief.  (http://www.bloomberg.com/news/print/2011-07-15/u-s-consumer-confidence-unexpectedly-declines-to– 63-8-from-71-5-in-index.html“) Der Thomson Reuters/University of Michigan-Indikator für das US-Verbrauchervertrauen (Index of Consumer Sentiment) fällt von 71.5 im Vormonat auf 63.5 (unerwartet tief). Insbesondere fallende Hauspreise und schlechte Aussichten auf dem Arbeitsmarkt sind die Gründe.

2011-07-18, London, Gold erstmals über 1600 US-Dollar je Feinunze. (finanzen.net) Der Preis je Feinunze Gold überwindet zum Wochenauftakt erstmals die Marke von 1.600 Dollar. Die Futures für Edelmetalle steigen weiter. Der Kurs für August-Kontrakt Feinunze Gold liegt 10,10 Dollar fester bei 1.600,20 Dollar, die Feinunze Silber (September-Kontrakt) 1,20 Dollar höher bei 40,27 Dollar. Platin (Oktober-Kontrakt) macht den Anstieg mit:  1.766,10 Dollar (+10,60 Dollar).

2011-07-21, Europa, Euro-Gipfel einigt sich auf zweites Griechenland-Paket. Der Euro-Sondergipfel einigt sich an diesem Donnerstag auf ein weiteres Programm zur Rettung des Staates Griechenlands und seiner Staatsschulden. Zusätzlich zu dem ersten 110-Mrd.-Euro-Rettungsprogramm aus dem Jahr 2010 erhält Griechenland  weitere 109 Mrd. Euro für fällige Anleihen und neue Schulden. Die Laufzeiten bestehender Kredite werden von 7,5 auf 15 Jahre verlängert und die Zinsen für die Kredite auf 3,5 Prozent gesenkt. Erstmals beteiligt sich der private Sektor (Banken und Fonds) an den Hilfen: Bis zum Jahr 2014 mit 37 Mrd. Euro bis zum Jahr 2014 und, da griechische Staatsanleihen im Wert von 32,6 Mrd. für nur 20 Mrd Euro Euro zurückgekauft werden, kommen weitere 12,6 Mrd. Euro Hilfe hinzu. De facto wird Griechenland bis zum Jahr 2020 vom Kapitalmarkt genommen. Ferner: die Staats- und Regierungschefs haben den Rettungsschirm mit neuen Befugnissen ausgestattet: Der EFSF-Fonds und sein Nachfolger ESM dürfen künftig vorbeugend flexible Kreditlinien für Länder vergeben. Außerdem wird der EFSF die Möglichkeit eröffnet, in Notfällen direkt Anleihen am Markt zu kaufen.

2011-07-27 AUD erreicht historisches Hoch zu USD. Mit einem Kurs von $1.1081 für den australischen Dollar erreicht dieser sein historisches Hoch zum US-Dollar. Ausgelöst wird die Bewegung durch Meldungen über mögliche Zinserhöhungspläne der australischen Zentralbank zur Bekämpfung von Inflationstendenzen. Insgesamt hat sicher der Kurs der Währung gegenüber USD seit zehn Jahren ca. verdoppelt.

2011-07-30 USA, Debt-Ceiling-Krise. Samstag: Drei Tage, bevor am Dientag, dem 2. August 2011, das US-Schatzamt-Department kein Geld mehr ausleihen darf, sind Republikaner und Demokraten immer noch uneins, welche Sparmaßnahmen erfolgen sollen, um einer Anhebung des  Schuldendeckels zustimmen zu können. Am Freitag, den 29. Juli 2011 verabschiedet der von Republikanern mehrheitlich geführte US-Kongress zwar eine Erhöhung des Debt Ceiling, aber die Demokraten haben bereits eine Ablehnung des Gesetzes im mehrheitlich von den Demokraten regierten Senat in Aussicht gestellt. Das Geld könnte zwar noch einige Tage länger reichen. Der eigentliche Zahlungsaufall könnte erfolgen, wenn am 15. August das Finanzministerium 41 Milliarden Dollar an seine Gläubiger überweisen muss.

2011-08-02 Wall Street, Sorgen um eine Rezession erreichen weiteren Höhepunkt. Die Aktienmärkte radieren nun alle Gewinne in 2011 aus.Der S&P 500 fällt im stärksten Rückgang seit 2008 nun den siebenten Tag in Folge, heute um ganze 2,6 Prozent  auf 1.254,05 um 16.00 Uhr New Yorker Zeit, während US-Treasuries steigen, die Rendite auf auf 30-Jahre-Papiere fällt um 17 Basispunkte auf 3,91 Prozent. Konsumklima und Produktionsdaten in den USA sind rückläufig. Da tritt in den Hintergrund, dass auch der Senat einer Gesetzesvorlage zur Erhöhung des Schuldendeckels und zur Reduzierung der Staatsausgaben zustimmt und Präsident Obama unterzeichnet.

2011-08-04 Weltmärkte, Stocks tumble. (Bloomberg, Finanzen-Net) Um 16.00 Uhr Eastern Time (New Yorker-Zeit) schließt der Dow Jones mit über 500 Punkten Verlust, der Standard & Poor’s 500 Index legt die längste Neun-Tage-Verlust-Serie seit März 2009 hin (1,227.34 um  1:12 p.m Eastern-Time), während die Two-year Treasury yields (Rendite) auf ein Rekordtief fällt. Von den zwanzig größten Börsen der Welt fällt der brasilianische Bovespa am stärksten- um mehr als sechs Prozent. WTI-Öl fällt um 4,8 Prozent auf 87,55 das Barrel Wie nicht unüblich an solchen Tagen ließt sich eine Meldung über den Dax wie folgt: “ Der DAX gewann zum Handelsauftakt 1,25 Prozent auf 6.714,79 Punkte und brach am Nachmittag stark ein. Der deutsche Leitindex schloss bei 6.415 Punkten und minus 3,4 Prozent auf einem neuen Jahrestief“ (Finanzen-net).

2011-08-05 USA verlieren das Triple A. An diesem Freitag ist es soweit: Die USA verlieren das AAA-Rating (historischer Einschnitt). Standard & Poor’s tut es und stuft die US-Staatsanleihen  erstmals von ihrem AAA-Grade herunter – auf AA+ bei Beibehaltung des weiteren negativen Outlooks. Trotzdem springt die Springflut des heißen Geldes weiter auf die US-Treasuries.

2011-08-05 Jetzt ist es Zeit, Aktien zu kaufen. Kurz vor einem Riesensturz der Aktienmärkte um bis zu 20 Prozent in kürzester Zeit sieht man im sogenannten Anlegerfernsehen (Streaming-Kanal im Internet): „Jetzt ist es Zeit Aktien zu kaufen.“

2011-08-08 Weltfinanzmärkte, Unruhen halten an. Die Woche fängt erneut unruhig an. an diesem Montag erreicht Gold erstmals die 1700-US-Dollar-Marke. Der Dax steht kurz vor der 6000er-Marke. Der japanische Leitindex Nikkei schließt knapp oberhalb 9000 Punkten. Der Shanghai Composite fällt zum Börsenschluss um 3,79 Prozent uf 2.527 Punkte. Die Rohstoffpreise fallen zwischen 1 bis 6 Prozent.

2011-08-09 Weltmärkte; Rallye der Aktiennotierungen und Rohstoffpreise. (Bloomberg Online) Am Dienstag gibt die Fed nach ihrer turnunsmäßigen Sitzung bekannt, dass sie die US-Benchmark-Zinssätze bis Mitte 2013 auf dem jetzigen, sehr tiefen Niveau unverändert lassen wird. Nach einer volatilen Sitzung springen die Aktienmärkte nach oben: der S&P-500-Index um 4,7 Prozent auf  1.172,53, der Dow Jones Industrial Average um 429 Punkte oder 4 Prozent auf 11.239,77. Die Ölpreise steigen um ca 4 Prozent. Zugleich fallen die Renditen für Zwei- und Zehn-Jahre-Treasuries auf ein neues Rekordtief. Bankaktien erheben sich nach erheblichen Vortagsverlusten um mindestens 13 Prozent in die Höhe.

2011-08-11 Welt-Aktienmärkte: Erneuter Absturz. Der Dow Jones Industrial Average fällt auf ein Tief seit September 2010: um 519,83 Punkten auf 10.719,64, der S&P 500 fällt um 4,4 Prozent auf 1.120, der Stoxx Europe 600 um 3,8 Prozent, der Dax fällt um 5,13 Prozent auf 5613 Punkte, während US-Treasuries erneut steigen. Gründe sind Rezessionsängste und die Sorgen jetzt um eine mögliche Herabstufung der Staatsschulden Frankreichs von ihrem AAA-Rating. Der IWF hatte gewarnt. Rohstoffe steigen, Gold-Futures ticken an der Comex, New York, erstmals die 1800er-US-Dollar-Marke an

2011-08-12 Europa, Verbot von Short Selling. Nach dem angeblich durch Gerüchte verursachten schweren Einbruch der Aktien der französischen Bank Société Générale verbieten Frankreich, Spanien, Italien und Belgien das sog. „Short Selling“ von Aktien. Dilemma: Short Selling dient auch als Absicherung von Engagements in Krisenzeiten, um nicht auf falschem Fuß erwischt zu werden.

2011-08-12 USA, Consumer-Sentiment-Index fällt auf 30-Jahres-Tief. An diesem Freitag, fast einem dreizehnten, fällt der Consumer Sentiment Index von Thomson Reuters/University of Michigan Plunges mit 54,9 auf ein Drei-Jahrzehnte-Tief. Die amerikanischen Verbraucher werden ihre Konsumfreude einschränken. Auch die französischen Konsumentenausgaben reduzierten sich im zweiten Quartal 2011 um 0,2 Prozent.

2011-08-13 Indiens Zinserhöhungen (Rückblick) Indien kämpft gegen die Inflation. Seit März 2011 hat Indiens Zentralbank bisher elf Mal die Zinsen erhöht.

2011-08-16 Paris, Deutsch-französischer Gipfel. Das Treffen von Frankreichs Staatschef Nicolas Sarkozy mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel endet am Dienstagabend mit  dem Vorschlag einer Art gemeinsamer Wirtschaftsregierung der Euro-Zone, einer verbindlichen Schuldenbremse in allen 17 Euro-Ländern und der Einführung einer Finanztransaktionssteuer.

2011-08-18 Europa Rabenschwarzer Tag der Börsen. Der deutsche Dax schließt nach einem Minus von über 5,82 Prozent bei 5602 Punkten. Gold erreicht in New York ein neues Rekordhoch von 1.826 Dollar. Die Ölpreise sinken aus Sorge vor einer Abkühlung der Weltkonjuntkur, so der Barrelpreis der Sorte WTI auf ca. 82 bis 83 US-Dollar. Flucht in sichere Häfen: Der deutsche Bund-Future steigt auf im Handelsverlauf bis auf 136,26 Punkte und damit auf ein Allzeit-Hoch. Der Kurs im späten Handel notiert immer noch 1,25 Prozent höher mit einen neuen All-Time-High von 135,59.

2011-08-19 Europa protestiert gegen finnische Sonderregelung. Mehrere kleinere Länder in Europa erheben Widerspruch gegen die bekanntgewordene Sonderregelung für Finnland im Rahmen der Griechenland-Rettung. Finnland hatte sich von Griechenland bilaterale Rückzahlungsgarantien für seine Hilfsmaßnahmen an das verschuldete Land ausgehandelt.

2011-08-23 Singapur, Gold Tops $1,910 for First Time. (Bloomberg-online) Über Nacht in Europa und USA und tagsüber in Asien erreicht am Dienstag der Goldpreis ein neues historisches Hoch von über 1.910 USD je Feinunze im Handel in Singapur, womit der Preis allein im August bisher um  16,8 Prozent gestiegen ist, was der höchsten monatlichen Performance seit September 1999 entspricht. Platin steigt auf ein Drei-Jahres-Hoch.

2011-08-23 Europa, Stoxx 600 im Minus (Rückblick) (Bloomberg-online) Der Stoxx 600 für Europa steigt zwar derzeit etwas, verliert aber seit Jahresanfang 18 Prozent bei einem derzeitgen KGVv on 9,5. Weltweit haben Aktien in den letzten vier Wochen 8000 Milliarden an Börsenbewertung verloren.

2011-08-24 Japans Kreditwürdigkeit wird herabgestuft Die Ratingagentur Moody’s senkt Japans Note von „Aa2“ um eine Stufe auf „Aa3“. Grund: hohes Budgetdefizit sowie Ansteigen der gesamten Staatsschulden seit 2009.

2011-08-24 Goldblase platzt – vielleicht oder vielleicht auch nicht? Der meistgehandelte Gold-Future fällt in New York an der COMEX vom gestrigen Hoch von 1.917,90 Dollar um 104 US-Dollar, dem größten Preisrutsch seit März 2008, d.s. 5,7 Prozent, um bei 1.757,30 zu schließen.

2011-08-27 USA, Konferenz in Jackson Hole endet in Moll. US-Fed-Chef Ben Bernanke kündigt kein neues monetäres Paket an und meint, die Fed habe noch „Tools“ an der Hand, um die Wirtschaft notfalls anzukurbeln. Die Botschaft geht an die Politik, das Nötige jetzt zu tun. IWF-Chefin Christin Lagarde sieht aber große Gefahren heranziehen.

2011-08-28 USA, Washington, IWF fordert Kapitalhilfen für Banken. Die Chefin des Internationalen Währungsfonds spricht sich für eine deutlich höhere Kapitalisierung der Banken aus, notfalls über staatliche Zwangskapitalisierungen.

2011-09-31 US-Bonds sind die beste Anlage im August 2011. (bloomberg) Der Verlust des Triple AAA für die USA von S&P steht deutlich im Widersrpuch zu der Reaktion der Finanzmärkte. US-Bonds bringen von allen Anlageformen den besten Gewinn im Monat August 2011 – mit einer Performance von 2,8 Prozent gegen 1,9 Prozent für den globalen Bondmarkt – und einem Verlust von 7 Prozent für den MSCI-All-Country World Index und einen Minust von 1,8 Prozent für den Standard & Poor’s GSCI Total Return Index of commodities (Rohstoff-Index).

2011-09-02 USA. Arbeitsmarktbericht mit denkbar schlechten Nachrichten. Der erste Freitag im Monat ist um 8.30 Uhr New Yorker Zeit der spannende Tag, an dem der regierungsamtliche Arbeitsmarktbericht veröffentlicht wird. Die NPR New Payrolls sind gleich Null, die Arbeitslosigkeit stagniert bei 9,1 Prozent. Die Futures für den eine Stunde später öffnenden Dow sacken ab. Die Ahnung ist jetzt Gewissheit: Die USA sind in der Rezession angekommen. Da hilft das Stochern in den Daten wenig. Wegen eines Streiks bei Verizon sind 45000 Beschäftigte herausgezählt worden. Die deutschen 10-Jahres-Staatsanleihen rentierten erstmals zu einem Rekordzinssatz unter 2,0 Prozent, auch die 10-Jahres-US-Treasuries fallen unter 2,0 Prozent.

2011-09-05 Montag, Labor-Day in US. (Bloomberg-Online, Focus-Money) Am amerikanischen Labor-Day, erster Montag im September und einem US-Börsenfeiertag, brechen die Kurse an den Aktienmärkten insbesondere in Europa massiv ein. Alle 19 Industrie-Gruppen im Stoxx 600 fallen zwischen 2,6 Prozent und 5,9 Prozent. Insbesondere die Banken erwischt es, so zum Beispiel die Deutsche Bank mit einem Minus von 8,9 Prozent auf 23,72, es waren mal 106 Euro. Für den Deutschen Dax heißt es: Mit einem Minus von 295,22 Punkten oder 5,33 Prozent auf einen Schlußkurs von 5.243,11 Prozent, 2-Jahres-Tief. IWF-Lagarde und Deutsche Bank-Ackermann streiten in den Medien über den IWF-Vorschlag einer Zwangskapitalisierung der Banken. Ansonsten: Gold erneut kurzfristig über 1900 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm), Bund-Future mit 138,46 Punkten auf Rekordhoch.

2011 Schweiz, Obergrenze für den Schweizer Franken gegen den Euro. Aufgrund massiver Zuflüssen in den Schweizer Franken und der damit verbundenen Aufwertung zieht die SNB die Notbremse. Am Dienstag In 2011 (6. September 2011) erklärt die Schweizer Nationalbank SNB  ein Oberziel von 1,20 für den Kurs Schweizer Franken gegen den Euro, das sie uneingeschränkt verteidigen werde und zu dem unbeschränkt als Käufer auftreten werde. Die Folge is ein massiver Kurssturz für den CHF.

2011-09-07 Deutschland, BVG billigt Euro-Rettungsschirm. Wie erwartet billigt das deutsche Bundesverfassungsgericht die bisherigen Euro-Hilfen, fordert aber eine stärkere Einbildung des Bundetags und insbesondere die Zustimmung des Haushaltsausschusses. Zugleich werden die Chancen der Realisierung von sogenannten Euro-Bonds zunichte gemacht. Die drei Verfassungsbeschwerden scheiterten damit im Wesentlichen(Az. 2 BvR 987/10, 2 BvR 1485/10, 2 BvR 1099/10).

2011-09-08 Schweden, Norwegen. Kronen werten auf. (Financial Times Deutschland) Nach der Kursdeklaration der Schweizer Notenbank fließen Devisen verstärkt nach Skandinavien. Innerhalb zweier Tage werten die Kronen von Norwegen (plus 2,5 Prozent) und Schweden (plus 1,8 Prozent) stärker auf.

2011-09-12 Montag: Alles dreht sich um die Krise. Erneut sinken die Aktien, eine Griechenland-Pleite wird in Deutschland erstmals vom Bundesfinanzminister angedacht. Der deutsche DAX endet mit 5072 Punkten, nachdem er im Verlauf des Morgens die 5000er-Marke erstmals kurzfristig wieder unterschreitet.

2011-09-14 UBS-Trader verspielt 2 Mrd. Nach Nick Leeson (Baring Bank) und Jerôme Kerviel (Société Générale) verspielt mit Kweku Adoboli (Schwarz-Afrikaner), gerade 31 geworden,  bei UBS der dritte Trader riesige Vermögen,  diesmal  2 Milliarden USD bei der Londoner Dependance der Bank im Geschäft mit ETFs.

2011-09-16 Fed steht mit USD zur Seite. Das US-Federal Reserve System sagt den europäischen Bank unbeschränkten Zugang zu Dollars zu, nachdem sich insbesondere die französischen Bank nicht mehr amerikanischen Geldmarktfonds USD ausleihen können.

2011-09-19 S&P stuft Italien herab. Am Montag, den 19. September 2011, geht die Europa-Schuldenkrise in eine neue Runde vielleicht. Die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P) stuft die Kreditwürdigkeit Italiens um eine Stufe auf „A“ herab, der Ausblick wird als negativ bewertet – ein Signal für die Möglichkeit einer weiteren Herabstufung. Grund der Herabstufung sind die schwachen Wachstumsaussichten Italiens und die nicht ausreichenden Sparbemühungen, um das Staatsdefizit zu senken.

2011-09-20 US-Fed wird Operation „Twist“ starten. Die Mehrzahl der Ökonomen erwartet nun eine QE3-Runde und dasse die US-Fed nun längere Anleihen kauft, um die Zinskurve nach unten zu verdrehen, d.h. längerfristige Zinsen noch weiter zu senken.

2011-09-21 US-Fed startet Operation „Twist“. Das US-Federal Reserve System beschließt den Ankauf von Anleihen mit einer Laufzeit von 6 bis 30 Jahren in einer geplanten Höhe von 400 Milliarden Dollar, um gleichzeitig Laufzeiten von drei Jahren und weniger aus ihrem 1,65 Trilliarden Depot zu verkaufen. Zugleich wird sie auslaufende Immobilienanleihen in Immobilien-ABS investieren – statt in Staatsanleihen. Es geht darum, den Immobilienbereich finanziell zu stützen.

2011-09-23 Weitere Unruhe an den Finanzmärkten. Gold fällt innerhalb von zwei Tagen um mehr 100 USD auf jetzt 1639,80 USD für den Gold Future Lieferung Dezember 2011 – Gold wird mit Gewinn verkauft, um möglichst liqude zu bleiben. Die neue Rolle von Gold als Liquiditätsmittel wird sichbar. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen fällt auf das neue Rekordtief von 1,637 Prozent, die zehnjährigen US-Treasuries auf 1,75 Prozent (Flucht in sichere Häfen). Der deutsche Aktienindex DAX fällt erneut kurzfristig unter die Marke von 5000 Punkten. Rohstoffe notieren auf einem Neun-Monats-Tief.

2011-09-25 Washington, IWF-Jahrestagung endet in Moll. Die Tagung des Internationalen Währungsfonds (IWF, IMF) endet mit resignierendem Unterton. Die zu lösenden Probleme sind gewaltig und werden nicht über Nacht verschwinden. In der Eurozone verdichtet sich die Meinung, den Start des ESM von 2013 auf 2012 vorzuverlegen.

2011-09-27 Griechenland beschließt Sondersteuer auf Immobilien. Griechenland beschließt eine Sondersteuer für Wohnraum von vier Euro pro Quadratmeter jährlich. Die europäischen Bankaktien springen teils über 15 Prozent ins Plus. Und zugleich taucht die Meldung auf, dass über eine Ausweitung des Beitrags der Banken zur Schuldenreduzierung Griechenlands nachgedacht und bereits verhandelt wird.

2011-10-01 US-Zinsen auf neuen Rekordtiefs. Die Risiko-Aversion insbesondere bezogen auf die europäische Schuldenkrise hält an. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries fällt auf 1,6714 Prozent und damit auf den tiefsten Stand seit Beginn der Fed-Statistik in 1953, während die 30-jährigen US-Treasuries nur noch mit 2,91 Prozent rentieren. Die sog. Operation Twist ist an diesem Trend beteiligt.

2011-10-02 Tokio, Notenbank-Präsident von Frankreich für EFSF-Leveraging. In einer Rede in Tokio zeigt sich der Präsident der französischen Notenbank Christian Noyer aufgeschlossen für den Gedanken einer anleihefinanzierten Erhöhung der Interventionsfähigkeit des EFSF. Da eine Erhöhung des 750 Mrd-Fonds des EFSF politisch nicht möglich sei, könne der EFSF dagegen über die Ausgabe von Anleihen (= Schulden!) sein Kapital und damit seine Interventionsfähigkeit erhöhen.

2011-10-04 Belgien, Brüssel, Krisenticker Griechenland. (Finanzen-net) Die heute versammelten Finanzminister der 27 EU-Staaten verschieben die für Mitte Oktober geplante Auszahlung der nächsten Kreditrate an Griechenland. Es wird bekannt, dass das Land seine gesetzten Sparziele nicht erreicht.

2011-10-04 Europa, Dexia wahrscheinlich erstes Bankenopfer der neuen Finanzkrise. (Les-Echos-online) Die Aktie des belgisch-französischenen, weltweit größten Kommunalkreditfinanzieres gibt an der Börse bis zu 30 Prozent nach, nachdem bekannt wird, dass die Bank zerlegt werden soll. Die Aktionäre halten eine geordnete Rückführung der toxischen Kredite der Bank aus der Finanzkrise derzeit nicht mehr für möglich. Zudem hat die Bank im Portefeuille ein Volumen von fast 21 Milliarden Euro an Staatsanleihen aus Griechenland, Spanien, Portugal, Irland und Italien.

2011-10-04 Italien,  Moody’s stuft Italien herab. Die Rating-Agentur Moody’s stuft an diesem Dienstag die Kreditwürdigkeit der Staatsanleihen Italiens um drei Stufen von „Aa2“ auf „A2“ tiefer und ändert den Ausblick auf „negativ“. Einen ähnlichen Schritt hatte bereits Standard & Poor’s Ende September mit der Herabstufung um eine Note auf „A“ vollzogen.

2011-10-05 USA, Paolo Alto, Steve Jobs tot. In einer Geschichte des Geldes hat Steve Jobs seinen Platz, da Geld auch Elektronik ist. In der Nach von Mittwoch auf Donnerstag verstirbt kurz vor Mitternacht die vielleicht legendärste Icone unserer modernen Zeit.

2011-10-06 Belgien, Verstaatlichung geplant. (Nachrichten-Agentur Belga) Aus der Sitzung des belgischen Kabinetts sickert durch, dass der belgische Teil der Dexia, die Dexia Banque Belgique, verstaatlicht werden soll.

2011-10-06 Deutschland, Berlin, EZB macht flüssig. Die EZB tagt an diesem Donnerstag in Berlin. Der scheidende Präsident Jean-Claude Trichet kündigt ein Programm für den Aufkauf von Pfandbriefen und anderen gedeckten Anleihen in Höhe von 40 Milliarden Euro an. Ferner wird für die Monate Oktober und Dezember ein im Volumen unbegrenzter Tender mit 12 und 13 Monaten bereit gestellt. In der Sitzung wird ferner Jörg Asmussien als neuer Chefökonom für den zurückgetretenen Jürgen Stark bestätigt.

2011-10-07 USA, Hauseigentumsquote fällt am stärksten seit 1930. (US-Census Bureau) Die Hauseigentumsquote der USA fällt um 1,1 Prozent (stärkster Rückgang seit 1930)  auf 65,1 Prozent.

2011-10-07 USA, Europa, Banken geraten in das Kreuzfeuer. (Financial Times Deutschland) Weltweit geraten die Banken in das Kreuzfeuer von Öffentlichkeit und Politik. Die Proteste „Occupy Wall Street“ werden zur festen Institution und ziehen immer mehr Leute an, zumal financial Celebrities wie Joseph Stiglitz, George Soros oder Larry Fink (Vermögensverwaltung Black Rock) ihr Verständnis ausdrücken. In Europa wird von dem Bankensektor eine stärkere Beteilung an dem Schuldenschnitt für Griechenland und zugleih paradoxerweise eine Rekapitalisierung, sprich Zwangskapitalisierung gefordert.

2011-10-07 London, New York, Spanien, Italien heruntergestuft, Belgien unter Beobachtung. (Bloomberg Online) Fitch Ratings senkt das Kredit-Rating Spaniens um zwei Stufen von AA+ auf AA-+, Italien um eine Stufe auf A+, während Portugal bei BBB- verbleibt. Zu allem Unglück setzt Moody’s das Land Belgien unter Beobachtung.

2011-10-09 Treffen Merkel-Sarkozy in Berlin, Griechenland Pleite favorisiert. (Financial Times Deutschland) Der Besuch von Staatspräsident Sarkozy bei Bundeskanzlerin Merkel in Berlin endet ohne konkretes Ergebnis, nur mit dem Versprechen einer umfassenden Lösung für Griechenland bis Monatsende und der aufschlußreichen Tatsache, dass der Franzose es vermeidet, eine Griechenland-Pleite auszuschließen. Am nächsten Tag tituliert die deutsche Financial Times: „Merkel dringt auf  Griechenland-Pleite“. Der Schwerpunkt liegt nun eindeutig auf der Sicherung der Banken“, und Financial Times Deutschland online: „Vorhang auf zum Finale der griechischen Tragödie“.

2011-10-10 Europa. Schuldenkrise in bester Manier. (http://www.ftd.de/finanzen/maerkte/anleihen-devisen/:ezb-forderung-euro-rettungsschirm-soll-staatsanleihen-direkt-kaufen/60114316.html)(Times– Online) Ratspräsident Van Rompuy verschiebt den nächsten EU-Gipfel Ratspräsident vom 17. Oktober auf den 23. Oktober, um Präsident Sarkozy und Kanzlerin Angela Merkel die Gelegenheit zu geben, gemeinsam ihre 15 Partner für die Rekapitalisierung der Banken und eine erweiterte Nutzung der 440-Milliarden EFSF-Fonds zu gewinnen. Zugleich forderte Vizepäsident Connstancio den Erwerb von Staatsanliehen durch den EFSF direkt aus der Hand bedrohter Staaten. Am umsatzschwachen Columbus Day steigt die Börse in den USA stark, weil diese News angeblich beflügeln. Die europäischen Aktienmärkte reagieren ähnlich.

2011-10-11 Brüssel, Dramatischer Appell von EZB-Chef Trichet. Als Vorsitzender des Systemrisikorats (ESRB) richtet der Ende des Monats scheidende EZB-präsident Jean-Claude Trichet einen dramatischen Appell für die Zusammenarbeit in der Krise. Diese habe nun eine „systemische Dimension“ erreicht. Eindringlich spricht er sich für eine sogenannte Hebelung des Euro-Rettungsschirms EFSF aus. Zugleich spricht Euro-Group-Chef Jean-Claude Juncker im österreichischen Fernsehen davon, dass man derzeit über einen Schuldenschnitt für griechische Staatsanleihen „noch über einer Schwelle von 50 bis 60 Prozent nachdenke“.

2011-10-12 USA, Deutschland, Nouriel Roubini sieht tickende Zeitbombe. (Stern.de)  Nouriel Roubini sieht eine „tickende Zeitbombe“ in der europäischen Schuldenkrise. Europa muß den Rettungsschirm schnellstmöglich auf 2000 Milliarden erweitern.

2011-10-13 USA, Wichtigstes Handelsabkommen seit 1994. (Bloomberg-online) Der Kongress gibt nach zwei Jahren der politischen Auseinandersetzung seine Zustimmung zu dem Handelsabkommen mit Süd-Korea, Kolumbien und  Panama, dem wichtigsten Freihandelsabkommen seit 1994, dem North America Free Trade Agreement (NAFTA).

2011-10-14 Rating von Spanien gesenkt. (ww.bloomberg.com) Zum dritten Mal in drei Jahren wir das Rating von Spanien von Standard & Poor’s gesenkt, jetzt um eine Note auf AA- mit negativem Ausblick. Die Rendite für spanische 10-Jahres-Anleihen steigt von 5,21 auf 5,26 Prozent. Fitch senkt die Ratings für Banken, UBS AG, Lloyds Banking Group Plc und Royal Bank of Scotland Group Plc. Und kündigt  Herabstufungen weiterer bekannter Banken als möglich an. Der G20-Gipfel in Cannes im November soll eine Erhöhung der IMF-Fonds diskutieren.

2011-10-17 Moody’s kündigt eine Überprüfung Frankreichs an. (Lemonde.fr) Spät Abend an diesem Montag kündigt die Rating-Agentur Moody’s an, dass sie das Land Frankreich (derzeit höchste Bewertung mit Aaa) auf eine dreimonatige Beobachtung setzt. Hintergrund: Die Masse der übernommenen Garanatien im Rahmen des Euro-Rettungsschirms könnte es wirtschaftlich und finanziell überfordern, wenn es nicht konsequente Schritte in Richtung Wachstum und Konsolidierung geht.

2011-10-19 Europa, Diskussion um erweiterten EFSF. Die Diskussionen um eine Erweiterung der Mittel des EFSF geraten in eine nächste Phase. Nach Angaben der Financial Times Deutschland will der deutsche Bundesfinanzminister Schäuble eine Volumenerhöhung auf 1.000 durch Hebelung mittels einer First-Loss-Garantie, die EFSF nimmt also weitere Anleihen auf und garantiert die ersten 20 Prozent als Sicherheit. Der englische „Guardian“ schreibt sogar, dass Deutschland und Frankreich sich auf ein Volumen von 2.000 Milliarden einigen.

2011-10-21 Europa, Diskussion um eine kombinierte EFSF-ESM-Lösung. Zwischen Frankreich und Deutschland existieren Meinungsverschiedenheiten über die Frage, ob der Rettungsschirm sich über die EZB finanzieren kann oder nicht. Frankreich dafür, Deutschland in Verbund mit dem Widerstand der EZB ist dagegen. Als Ausweg scheint man sich darauf zu einigen, den geplanten ESM früher in Kraft treten zu lassen und den bereits existierenden EFSF weiter laufen zu lassen. Somit kann nach dieser Planung eine Erweiterung des Volumens des Rettungsschirms auf 1.300 Milliarden Euro erreicht werden.

2011-10-23 Brüssel, EU-Gipfel ringt weiter um Lösung. Der EU-Gipfel zur Lösung der Schuldenkrise tritt auf der Stelle. Konkret wird lediglich das Ziel einer verstärkten Unterstützung der europäischen Banken (100 Milliarden Euro werden genannt) und massiver Druck auf den italienischen Premierminister Silvio Berlusconi, Sparanstrengungen in Italien durchzusetzen.

2011-10-27 Brüssel, EU-Gipfel – Ergebnis vom 27. Oktober 2011 (Quelle faz.net, http://ec.europa.eu/news/economy/111027_de.htm) Der EU-Gipfel endet nach langer Nachtsitzung. Kernpunkte: Griechenland, Banken, EFSF-Hebel (und EZB). Griechenland: Die privaten Investoren (geschätztes Griechenland-Portefeuille200 Milliarden Euro) sollen auf 50 Prozent des Nennwerts der von ihnen gehaltenen griechischen Staatsanleihen verzichten (100 Milliarden Euro als privater Beitrag). Sie erhalten dafür neue Anleihen. Diese neuen Anleihen werden mit bis zu 30 Milliarden Euro aus Mitteln des EFSF abgesichert (öffentlicher Beitrag). Nicht berührt sind griechische Anleihen, die die EZB hält. Verhandlungstechnik: Zwischen Privatschuldnern vertreten durch den Internationalen Bankenverband IIF (Präsident Josef Ackermann) und nicht mit den Euro-Staaten, sondern offiziell mit der griechischen Regierung (unter Assistenz von Beamten der EU). Ziele und Grundlagen in Sachen Griechenland: Kein offizieller Bankrott Griechenlands, da sonst der Mechanismus der CDS (Credit-Default-Swaps) ausgelöst würde und keine Erfahrungen damit bestehen, so dass die Risiken als zu hoch eingeschätzt werden. Perspektiven in Sachen Griechenland: Nach erfolgtem Schuldenschnitt für Griechenland soll eine neue Finanzierung für Griechenland über 100 Milliarden Euro über die EFSF das im Juli vereinbarte Programm von 109 Milliarden Euro ablösen. Ziel: Rückführung der Staatsverschuldung Griechenlands von derzeit 165 Prozent des Bruttoinlandsprodukts auf 120 Prozent in 2020, dauernde Präsenz der Troika (EU, EZB, IWF) in Griechenland. Banken: Banken und Versicherungen verlieren 100 Milliarden. Besonderes die griechischen Banken zwischen 25 bis 30 Milliarden je nach Schätzung. Damit sie nicht zusammenbrechen, sollen sie aus EFSF-Mitteln finanziert werden. Dieses Geld ist auf jeden Fall verbraucht. Weitere Hilfen werden sicherlich hinzu kommen. Der Schuldenschnitt Griechenlands läuft daher über eine Refinanzierung griechischer Banken ab. Netto werden daher nur die griechischen Staatsschulden um 100 Milliarden reduziert, der private Sektor in Griechenland erhält aber sofort wieder Euro. EU-Mittel werden hinzu kommen. Hebel: Der bisherige Garantierahmen von 440 Milliarden Euro der EFSF (manche sagen auch der Krisenfonds EFSF, wörtlich die Europäische Finanzstabilitätsfazilität) soll nicht erweitert werden. Frei seien noch 250 bis 280 Milliarden heißt es jetzt. Gedacht ist an folgende Methode beim Hebel. EFSF garantiert für Anleihen 20 Prozent. Und leiht zu 100 Prozent aus, womit aus 250 bis 280 ca 1,4 Milliarden würden. Deswegen wird in der Abschlußerklärung vorsichtigerweise überhaupt nur von 1 Milliarde gesprochen. Die Garantie für Anleihen selbst wird erwogen entweder als Garantie für Neuemissionen von Staaten (mit Problemen) oder als Organisation von sogenannten Zweckgesellschaften, die private Investoren und öffentliche Hand kombinieren. EZB: Frankreich wollte ihren massiven Einsatz, Deutschland nicht. Sie hält sich aber bereit zu „unkonventionellen Maßnahmen“, wie es von ihr zu hören ist. Und wird weiter Staatsanleihen kaufen.

2011-10-28 Italien, Versteigerung mit mäßigem Ergebnis. Einen Tag nach der Übereinkunft auf dem EU-Rettungsgipfel versteigert das italienische Schatzamt Staatsanleihen in einer Höhe von 3,08 Milliarden Euro nicht ganz bis zur angebotenen Höchstmenge mit einer Laufzeit bis 2014 zu einem Zinssatz von 4,38 Prozent. Euro steigt und Börsen feiern (angeblich) das Ergebnis des Rettungsgipfels.

2011-10-31 Wall Street, Pleite der MF Global. Die von dem ehemaligen Goldman Sachs Chef Jon Corzine geleitete MF Global Funds verspekuliert sich mit einem Paket von über 6 Milliarden US-Dollar in europäischen Staatsanleihen insbesondere von Italien und Spanien und beantragt Gläubigerschutz. Der Konkurs betrifft eine Asset-Masse von 41 Milliarden Dollar.

2011-11-01 Griechenland, Volksabstimmung angekündigt. Der Premierminister von Griechland Giorgos Papandreou überrascht mit der Ankündigung einer Volkabstimmung in seinem Land über das ausgehandelte Schuldenabkommen. Die Kapitalmärkte reagieren mit heftige Kursabschwüngen, die besonders stark die Banken erfassen.

2011-11-03 Europa, Europa bebt. An diesem Donnerstag ist das politische und ökonomische Europa weiterhin mehr als aufgeregt. Das Referendum in Griechenland wird wieder abgesagt. Die EZB unter ihrem neuen Chef Draghi senkt die Leitzinsen von 1,5 Prozent auf auf 1,25 Prozent.

2011-11-04 Spreads in Europa steigen auf Rekordhoch Italien gerät in den Focus der Krise. Die Zinsen für 10-Jahres-Staatsanleihen steigen auf 6,37 Prozent, nahe an die 7-Prozent-Grenze, die für Griechenland, Irland und Portugal die Schwelle darstellte, bei der diese Länder das Handtuch warfen und um internationale Hilfe baten.

2011-11-06 Europa, In Deutschland am Sonntag Aufregung um Angriff auf Gold. Der G20-Gipfel in dieser Woche greift zwar offiziell das Thema Schattenbanken auf. Am Sonntag aber melden die großen Sonntagszeitungen Frankfurter Allgemeine am Sonntag (FAS) und Welt am Sonntag (Wams) zu einem vollkommen anderen Thema, dass der EFSF auf Wunsch von US-Präsident Barack Obama, Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und Großbritanniens Premier David Cameron mit Sonderziehungsrechten im Wert von 60 Milliarden Euro aufgerüstet werden sollen. Davon 15 Milliarden Euro von der Bundesbank.

2011-11-13 Italien, Silvio Berlusconi tritt zurück. Der unter Druck geratene Silvio Berlusconi tritt zurück. In dieser Woche sind die Renditen für 10-Jahres-Staatsanleihen von Italien kurzfristig über sieben Prozent gestiegen. Eine S&P-Panne führt dazu, dass eine Meldung über den Ticker läuft, in der Frankreich sein AAA-Rating verliert.

2011-11-16 EU, Jährliche Inflationsrate unverändert bei 3,0 Prozent. (Eurostat) Die  Inflationsrate im Euroraum liegt im Oktober 2011, unverändert verglichen mit September, bei 3,0 Prozent (September des Vorjahres bei 1,9 Prozent). Im Monat Oktober allein sind die Preise um 0,3 Prozent gestiegen. In der EU der 27 Mitgliedstaaten sind die Preise im Oktober etwas stärker gestiegen im Vergleich zum Vorjahr (+3,4 Prozent). Die höchste Preissteigerung gab es in Großbritannien mit 5,0 Prozent.

2011-11-16 Deutschland, Bonn, Juncker kritisiert deutsche Schulden. In einem Interview des Bonner General-Anzeiger sagt Eurogroup-Chef Jean-Claude Juncker. “Ich halte die Höhe der deutschen Schulden für besorgniserregend”. Und weiter: “Deutschland hat höhere Schulden als Spanien. Nur will das hier keiner wissen.” Er sieht ein katastrophales Szenario voraus für den Fall des Ausstiegs Griechenlands aus der Eurozone, ebenso sieht er den Sonderweg Großbritanniens bei der Ablehnung der Finanzmarktregulierung als auf Dauer nicht gangbar.

2011-11-23 Deutschland, Frankfurt, Schuß vor den Bug für deutsche Staatsanleihen. Erstmals lassen sich deutsche Staatsschulden nicht mehr so flott versteigern. Eine 10-jährige Anleihe mit einem maximalen Verkaufsvolument von 6 Milliarden Euro findet lediglich Absatz über 3,9 Milliarden Euro (zu einem Zinssatz von 1,98 Prozent). Die Bundesbank, die die Versteigerung durchführt, behält in ihrem Portefeuille 39 Prozent der Emission.

2011-11-24 Frankreich, Straßburg, Dreiergipfel Merkel, Sarkozy, Monti. Die drei Länder Deutschland, Frankreich Italien vertreten durch Angela Merkel, Nicolas Sarkozy und Mario Monti als Nachfolger von Silvio Berlusconi ebnen den Weg für die Forderung nach Vertragsänderung im Sinne einer stärkeren Haushaltskontrolle. Angela Merkel bleibt hart in Sachen EZB. Auch bei Eurobonds, solange es keine Ansätze einer Fiskalunion gibt. Die Märkte dagegen scheinen sich auf ein Auseinanderbrechen der Eurozone vorzubereiten.

2011-11-25 Europa, Die Finanzkrise steigert sich. Standard & Poor’s stuft die Staatsschuld Belgiens von AA+ auf AA herab. Italien kann zweijähige Schuldtitel nur zum Rekordkurs von 7,68 Prozent effektiver Zinssatz platzieren.

2011-11-25 Wall Street, Schlechtestes Börsen-Ergebnis für Erntedankfest-Woche seit 1932. Der S&P 500 fällt in dieser Erntedankfest-Woche um ganze 4,7 Prozent auf den tiefsten Stand seit 7. Oktober 2011. Der Dow Jones verliert 4,8 Prozent auf 11.231,78 Punkte, größtes Minus für die viel beachtete (konsumwichtige!) Erntedankfest-Woche seit 1932.

2011-11-26 John Key gewinnt die Wahlen in Neuseeland haushoch. Der ehemaliger Banker (Merrill Lynch) John Key gewinnt die Wahlen in Neuseeland mit deutlichem Vorsprung. In Europa hat der ehemalige (Goldman Sachs) Banker Mario Monti den Posten des Ministerpräsidenten eingenommen. Der ehemalige (Goldman Sachs) Banker Lucas Papademos wird griechischer Ministerpräsident. Der ehemalige (Goldman Sachs) Banker Mario Draghi ist als Chef der EZB tätig. Der ehemalige (Goldman Sachs) Banker Mervin King leitet die Bank of England. Der ehemalige Finanzminister der USA (ehemaliger Chef von Goldman Sachs) Henry  M. Paulson jr. widmet sich derzeit dem Naturschutz insbesondere von Greifvögeln.

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