EZB-Liquiditätssegen: Daten und Schaubilder.

Die neueste Liquiditätsspritze der EZB für die Banken: Drei Jahre Laufzeit, 1 Prozent Zinsen zahlen die Banken, 583 Banken haben sich beteiligt und rufen insgesamt 489 Milliarden Euro ab, Art der Aktion: sog. Reverse Transaction, d.h. die Banken stellen Sicherheit, die EZB gibt Geld, nach drei Jahren wird wieder in umgekehrte Richtung gebucht. Warum brauchen Banken Liquidität? Weil sie ihre eigenen Schulden refinanzieren oder zurückbezahlen müssen. Schätzungen gehen von 725 Milliarden Euro für das kommende Jahr 2012 aus. Die Maßnahme kommt nicht überraschend.

Zitieren wir den jüngst erschienen Finanzstabilitätsbericht 2011 der Deutschen Bundesbank.

(Seite 24) „Die Banken aus den Programmländern (Griechenland, Irland, Portugal) haben nur einen äußerst eingeschränkten Zugang zum Interbankengeldmarkt und sind de facto von längerfristigen Refi nanzierungsgeschäften abgeschnitten. Institute aus diesen Staaten konnten seit Mitte 2010 keine nennenswerten Emissionen langfristiger Bankschuldverschreibungen mehr begeben. Erschwerend kommt bei griechischen und irischen Banken ein Abzug von Depositen heimischer und ausländischer Kunden hinzu. Von Ende 2009 bis August 2011 gingen die inländischen Kundeneinlagen in Griechenland um 21 % zurück. In Irland betrug der Einlagenrückgang der Inländer 23 %.8) Allerdings zeigte sich in Irland zuletzt eine Tendenz zur Stabilisierung. Maßnahmen des Eurosystems haben die aus dem marktmäßigen Liquiditätsabfl uss resultierenden Probleme in den bedrängten Bankensystemen vorübergehend aufgefangen. Im Ergebnis hat sich die Abhängigkeit von der Liquiditätsbereitstellung durch das Eurosystem stark erhöht (siehe Schaubild 2.5). “

Abhängigkeit der Banken von der EZB (Schaubild Deutsche Bundesbank, Finanzstabilitätsbericht 2011, S. 25)

Weiter

„Ein wesentliches Risiko für die Bankensektoren im Euro-Raum – nicht nur in den Programmländern – besteht in einem Versiegen der langfristigen Finanzierungsquellen. Mit der Zuspitzung der Anspannungen im Staatsanleihesegment haben sich im Spätsommer 2011 auch die preislichen Konditionen für Bankanleihen weiter eingetrübt, und die Aufnahmefähigkeit der Märkte blieb bis zuletzt gering. Kurzfristig fällt zwar positiv ins Gewicht, dass die meisten Institute die guten  Finanzierungsbedingungen bis zur Jahresmitte dazu nutzten, ihren Mittelbedarf für das gesamte Jahr 2011 frühzeitig zu decken. Allerdings könnten entsprechende Puffer bei vielen Instituten im Falle anhaltend schlechter Marktbedingungen und angesichts hoher Fälligkeiten im Jahr 2012 bald abschmelzen (siehe Schaubild 2.6). Auch der Substitution von unbesicherten Banktiteln durch gedeckte Bankschuldverschreibungen (Covered Bonds) sind durch den verfügbaren Deckungsstock und die drohende Schlechterstellung nicht besicherter Gläubiger Grenzen gesetzt. Hinzu kommt, dass der bereits intensiv ausgetragene Wettbewerb um Einlagen aus den nichtfi nanziellen Sektoren Ansteckung die Margen belastet. Vor diesem Hintergrund könnte sich die Spreizung bei der Bankenrefi nanzierung weiter verfestigen. Dies gilt sowohl im länderübergreifenden Vergleich als auch zwischen Instituten oder Institutsgruppen innerhalb einzelner Länder.“

Bankschulden, die zu neuen Schulden gemacht werden müssen. (Deutsche Bundesbank, Finanzstabilitätsbericht 2011, S. 26)

Fazit: Die EZB hat die Banken wieder flüssig gemacht. Die EZB hat von der FED gelernt.

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