Mélenchon: Der abstoßende Schäuble

Diesen nachfolgend ins Deutsche übersetzten Text veröffentlichte der führende Kopf der französischen Linken und Abgeordnete im europäischen Parlament Jean-Luc Mélenchon auf seiner Webseite am 17. April 2015. Die Übersetzung versucht den Stil des französischen Originals darzustellen.

„Der abstoßende Schäuble muss die Franzosen um Vergebung bitten.

Communiqué 17. April 2015

Die Ausführungen des deutschen Ministers Wolfgang Schäuble, Nummer Zwei von Madame Merkel, belegen die neue deutsche Arroganz in in einer Zeit, in der Deutschland Europa beherrscht und es ständig zur Ader läßt.

Die abstoßende Person, verantwortlich für zwölf Millionen Arme in Deutschland, einer Volkswirtschaft, die unterminiert ist mit der Veralterung einer Bevölkerung ohne Lust auf Zukunft, dem Rückgang der Lebenserwartung und dem Zerfall der öffentlichen Infrastruktur, glaubt doch Frankreich Ratschläge erteilen zu müssen.

Ermutigt durch das Geflenne der französischen Minister, die sich bei ihm über ihre eigenen Landsleute beschweren, möchte der Henker von Griechenland und Spanien seine tödlichen Rezepte auch auf Frankreich ausweiten. Da sieht man mal, zu welcher Erniedrigung uns Schwäche und Gefolgschaft führen. Deutschland ist auf keinen Fall ein Modell. Und noch viel weniger ein Lehrmeister, selbst wenn François Hollande vorgibt, Frankreich müsse der Musterschüler Europas sein.

Ich begrüße es, dass Jean-Christophe Cambadélis die Francophobie dieses kleinen Bismarcks aus einem Maskenball an- und aufgezeigt hat. Und ich erwarte von Daniel Cohn-Bendit, der auf meine zuvor gemachten Hinweise (korrekter im Französischen „Anzeigen“) zu der neuen deutschen Arroganz beleidigend erwidert hatte, dass er Frankreich verteidige, dessen Abgeordneter er ja ist und dessen Personalausweis er beantragt hat (Cohn-Bendit hat in der Zwischenzeit die französische Staatsbürgerschaft als zweite neben seiner deutschen erhalten).

Wolfgang Schäuble liebt weder Frankreich noch die Demokratie, denen er ab jetzt Wiedergutmachung schuldet. Er muss sich jetzt bei dem französischen Volk entschuldigen und endlich anerkennen, dass man Demokratie nicht überstrapazieren darf.“

Quelle für diesen Beitrag:

http://www.jean-luc-melenchon.fr/arguments/contributions-sur-lallemagne-2/

Polhisto-2015-04-17_Melenchon_lodieux_schaueble_3_big

Der Beitrag, der keine einmalige Entgleisung, sondern den üblichen Stil des Europa-Abgeordneten darstellt, wird hier nicht weiter kommentiert, sagt und fragt uns aber: Brauchen wir mehr oder weniger nationale Politik? Brauchen wir nicht eine europäische Sprache, um eine europäische Öffentlichkeit darzustellen, die so etwas transparent macht und letztlich verhindert? Was sagt uns das über das Europäische Parlament, seine Notwendigkeit und seine Kommunikation? Brauchen wir nicht eine Alternative statt für Deutschland, sondern eher für Europa? Ist Deutschland zumindest bei seinen politischen Vertretern reifer als Frankreich?

Es macht die Sache nicht besser, wenn die ehemalige Umweltministerin Cécile Duflot später am 19. Mai 2015 in hehren Worten feststellt: „Deutschland ist nicht unser Feind“

http://www.liberation.fr/politiques/2015/05/19/l-allemagne-n-est-pas-notre-ennemie_1312455

Polhisto-2015-04-17_Melenchon_lodieux_schaueble_Duflot_4

Denn das ist wohl eine Binsenwahrheit, das Problem ist der Stil im Umgang miteinander

Dr. Johannes Wierer
P.S Für Sprachexperten: Mettre en coupe réglée

http://fr.wiktionary.org/wiki/coupe_r%C3%A9gl%C3%A9e

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