Deutschland – Quo Vadis? Ein Essay.

Deutschland Quo Vadis?  Diese Frage bewegt sich vor dem Hintergrund aktueller Ereignisse in einer neuen, starken Spannung zwischen verschiedenen Ansätzen,  die um die Frage Deutschland und Zukunft konkurrieren und zeigen wie schwierig Zukunft in der heutigen Gegenwart sein kann. Was heißt das? Und wie schon von Anfang an die Erkenntnis, dass das Thema eine umstrittene, unvermeidbar- kontrovers politische Seite hat?

Scientific Forecast Wissenschaftliche Prognose

Normalerweise bietet sich folgendes Verfahren für das Thema an. Deutschland als Gegenstand der zeitlichen Entwicklung wird in die Bereiche Gesellschaft, Wirtschaft, Politik bzw. Staat und Wissenschaft bzw. Technik und Technologie unterteilt und für jeden dieser Bereiche nach den möglichen und wahrscheinlichen Veränderungen in der Zukunft gefragt. Hierzu bietet es sich an, für die jeweiligen Bereiche die wichtigsten Determinanten oder auch Bestimmungsgründe zu suchen, um daraus Schlüsse zu ziehen.

Zum Beispiel wird das langfristige wirtschaftliche Wachstum Deutschlands maßgeblich von der Zahl seiner Erwerbstätigen und seinem technischen Fortschritt abhängen (Determinanten). Da der Arbeitsmarkt heute quasi leergefegt ist, die Geburtenzahl niedrig ist und verharrt , auch die Zuwanderung die Defizite nicht ausgleichen kann, von der unterdurchschnittlichen Qualifikation der Migranten ganz zu schweigen, bleibt letztlich nur der technische Fortschritt und die Steigerung der Arbeitsproduktivität als Faktor für Wachstum übrig und ergibt sich daraus nach Schätzungen von Experten eine Obergrenze  bei in etwa ein Prozent für das langfristige jährliche Wachstum der Wirtschaft. Für die sozialen Systeme der Rentenversicherung oder der gesetzlichen Krankenversicherung stehen die demographische und Daten über die Gesundheit der Bevölkerung als Determinanten zur Verfügung. Sogenannte Prognosemodelle streben danach vor allem die Zukunft in quantitativ zu verarbeitenden Daten zu projizieren und als Prognose zu formulieren.

Die gleiche Frage wird in diesem Modell von Überlegungen für jene Veränderungen gestellt, die wie Digitalisierung, neue Konkurrenzverhältnisse auf den Weltmärkten, Handelsbarrieren  oder Vorschriften aller Art vom Ausland Deutschland  beeinflussen könnten. Aus diesem Mix von inländischen und externen Wirkungen ergäbe sich dann Deutschlands Bild in der Zukunft. Nach der Delphi-Methode würde man viele Experten befragen und die Varianten für wahrscheinlich halten, die am meisten genannt werden.

Das bisher geschilderte Verfahren hat einerseits den Vorteil, dass es Abhängigkeiten und damit politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Handlungsalternativen deutlich macht

Dieses Vorgehen kann auch zwischen Deutschland und der übrigen Welt unterscheiden und sich fragen, was von außen auf das Land zukommt und welche Entwicklungen im Inland angestoßen werden. Sie kann sich auch mit den Interdependenzen, d.h. den gegenseitigen Abhängigkeiten zwischen  diesen Feldern beschäftigen, sie kann sich als statistische Sammlung und Zahlenzusammenstellung präsentieren oder als theoretische Beziehungsanalyse zu sozialen, technischen oder wissenschaftlichen Zusammenhängen präsentieren. Das heißt: Hier entsteht Zukunft als reales Bild vor uns in Form einer oder mehrerer Prognosen mit einem mehr oder minder hohen Unsicherheitsgrad. Das ist das Vorgehen der Zukunftsforschung, wo Phantasie, kreatives Vorstellungsvermögen und andererseits die Erfahrung und das Wissen um das Mögliche in einem interessanten Spannungsverhältnis stehen. Lässt man der Phantasie sehr breiten Raum, ist es dann Science-Fiction, der modernen Version der Zukunftsphantasien.

Aber nicht jetzt! Die Zukunftsfrage als öffentliche Frage

Aber spätestens hier stellt sich die Frage, ob die so gedachte gedankliche Annäherung an eine Projektion der Zukunft und Deutschland- Quo Vadis? ein und dasselbe sind. Und was für uns Menschen in diesem Land im Moment relevant ist. D.h. die Themenstellung als solche zu überdenken ist angesagt. Was heißt das?

Gefühlslage der Öffentlichkeit

Vielleicht nie in der Geschichte der Bundesrepublik waren die Gefühle, um das Wort zu gebrauchen, und die Einschätzungen nicht nur der Bevölkerung zur Lage so geteilt, gemischt und einem solchen Meinungsumschwung ausgesetzt wie jetzt und heute. Flüchtlingskrise, Attentate, Brexit, Trump, in geringerem Maß Diesel-Gate oder Auseinandersetzungen über TTIP, CETA brechen in einen Zustand nach der Finanzkrise wiedergewonnener  deutscher Gemütlichkeit ein und verändern bei vielen Menschen im Lande die Wahrnehmungen und Einstellungen. Ein Beispiel:

Auf die sich nachträglich fast wie ein Wintermärchen darstellende  Willkommenskultur (2015) folgte abrupt das sich steigernde Erschrecken über Sicherheitsverfall auf den Straßen und Plätzen (Sylvester 2015/16 etc.), Gewalt gegen Flüchtlingsunterkünfte, aber auch Gewalt und Terror von radikalisierten Flüchtlingen(Berlin) und riss so manche lieb gewordene Formel wie Multi-Kulti oder auch den schönen Allgemeinplatz von „Deutschland wandelt sich“ in den Abgrund oder gab ihm eine von nun an makabre Bedeutung. Das Gefühl vieler, gerade älterer Menschen, sich in der neuen Gegenwart nicht mehr wieder zu finden, fand sich zuletzt wieder in der Rede der Bundeskanzlerin Angela Merkel in dem Beschreibung einer Welt, „die aus den Fugen geraten ist“. Aber auch die Person der Kanzlerin selbst ist so umstritten, wie eine Amtsinhaber im Kanzleramt nie zuvor. Darüber können Meinungsumfragen nicht hinwegtäuschen, die nicht die völlig neue Schärfe der politischen Polarisierung erfassen können, wie sie sich in den Leserbriefen der Zeitung, aber vor allem der Kommentare in den verschiedenen Plattformen im Internet  äußern.

Zukunft in der politischen Debatte

Was das bedeutet: Ein rationaler Ansatz wie der erst vorgestellte Ansatz des Scientific Forecast gerät in das Gravitationsfeld einer politischen und sozialen Debatte und Dynamik, wo andere Gesetze herrschen und die das Thema in ihren eigenen Kategorien und Mechanismen abhandelt.  Einige Bemerkungen zu dieser veränderten Sicht:

Perspektive 1: Zukunft und Innehalten

Reiht sich hierzu das ungläubige Staunen über Brexit oder auch die in Deutschland sehr kontroverse  Meinungsbildung über den neuen amerikanischen Präsidenten hinzu, dann trifft die Frage „Quo Vadis“ plötzlich auf eine Art sozialpathologischer Starre, in der es bei vielen höchstens heißt: „Wir sind zu weit gegangen, wir driften ab“ und Innehalten, Orientierung angesagt sind, wie bei einer Wandergruppe, die entdeckt, dass sie in die falsche Richtung gelaufen ist und erst einmal wieder das GPS-Signal sucht. Zukunft verschwindet aus dem gesellschaftlichen Radar. Das Stehenbleiben wird zur ersten Devise der neu gefragten Suche nach Sicherheit,  die sich symptomatisch und beispielsweise mehr als deutlich in der umfassenden europäischen Rückbesinnung auf nationale Denkmuster äußert. Zukunft schlägt einen Bogen zur Vergangenheit. „Quo Vadis“ heißt jetzt eher „Wieviel Vergangenheit?“.  Die aus den Fugen geratene Welt ist vielleicht nur eine Metapher, ein anschauliches Bild ohne eigentlichen Erklärungswert, aber sie ist doch von Belang für die Perspektive des Landes und seiner Zukunft: Sie markiert eine Zäsur,  sie macht die Gegenwart zum Brennpunkt der Ratlosigkeit oder gar des Erschreckens und zieht der Frage nach dem Weg in die Zukunft förmlich den Teppich unter den Füßen weg. Jetzt wird gefragt, wie es dazu kommen konnte und wo die Gründe liegen. Die Vergangenheit wird befragt.

Perspektive 2: Zukunft  im Rahmen von fortlaufenden  Wertedebatten

Die Frage nach Deutschlands Zukunft enthält , unabhängig  ob im erschrockenen Innehalten oder fortschrittsfreundlichen Vorwärts-Modus, eine In-Sich-Perspektive in dem Sinne, dass je nachdem, was wir wollen, diese Zukunft so oder so aussieht. Auf individueller Ebene wollen wir etwas als WählerIn, als KonsumentIn und sofort. Vor uns liegen  gesellschaftliche und politische Entscheidungen in und für die Zukunft . Und je nachdem, welche Annahmen darüber getroffen werden, ändert sich das Bild der Zukunft. Das heißt: Hier liegt das Feld der politischen Meinungen, das erfahrungsgemäß immer schwierig war und jetzt ein politisches und gesellschaftspolitisches Schlachtfeld geworden ist. Aus den Meinungen und den für wichtig erachteten Werten folgten bisher im Wechselspiel mit der Politik und den Wahlen Gesetze, die den nur zeitlich gültigen Rahmen für die nächste Zukunft festlegen. Und es kommt nun mit einer großen Vehemenz zu Brüchen (FDP-Politiker, aber nicht nur er, sprechen von tektonischen Verschiebungen), wenn dieser Rahmen nicht mehr als stimmig empfunden wird. Wenn der Schutz  der Personen die Kameras an öffentlichen Plätzen erfordern würde, steht die Idee des Datenschutzes aus alten Zeiten noch im Wege. Und hinter ihr im Wege die noch viel mächtigere Idee der Verteidigung der Freiheit des Menschen vor dem Überwachungsstaat, bis der Bruch schon rein verbal so glasklar wird, dass aus dem Schutz vor dem Staat der Schutz durch den Staat wird. Zukunft spielt sich dann in einem Rahmen ab, in dem ständig gebremst wird und es trotzdem dauernd klirrt.

Politik ist nicht alles

Die Problematik von Zukunft und politischer Debatte ist riesig, so dass sie uns im Folgenden weiter begleiten will. Sie ist an sich für die Zukunftsfrage „Quo Vadis“ wichtig. Aber bevor an dieser Stelle das Zukunftsrelevante dieser Erscheinung vertieft wird, verfolge man den Lauf der bisherigen Ausführungen. Von einer möglichen Modellbetrachtung Deutschlands in der Zukunft im Sinne Quo Vadis steht jetzt die Politik im Vordergrund. Weil sie relevant ist und eigentlich alles überschattet, aber eben nicht alleine relevant ist.. Denn im Augenblick der höchsten politischen Aufgeregtheit des Landes (nicht nur des unsrigen!) verzeichnete der Monat November 2016 den höchsten monatlichen Export in der Geschichte der Bundesrepublik. Die 100-Milliarden-Schwelle für einen Monat wurde überschritten.

Fast klingt Popper mit anderen an. Genauso wie es keine einzige Geschichte, sondern mehrere gibt, gibt es somit nicht eine Zukunft Deutschlands, sondern mehrere. Und wir nähern wieder unserem ursprünglichen Modell der Zerlegung. Die Wirtschaft arbeitet bei uns und bei anderen ja weiter nach ihren Plänen. Und erkennen etwas sehr Wichtiges: Das parallele Nebeneinander von Entwicklungen, die Unterschiede in den Denk- und Handlungsmustern, die unterschiedlichen Botschaften, die von Meldungen ausgehen oder ausgehen könnten.

Aber es geht weiter. Denn es ergibt sich weiter die nächste Frage: Wie hängt das alles zusammen und wie beeinflussen die ökonomischen und politischen Akteure nicht jeweils sich innerhalb des jeweiligen Systems, sondern auch in den jeweiligen gegenseitigen Abhängigkeiten? Welche Entscheidungen treffen sie alle zusammen.

Dieses Netzwerk gegenseitiger Aktionen und Reaktionen mag vielleicht schwer zu durchschauen sein. Wütender Anti-Lobbyismus erscheint da zu krude. Nur ein Beispiel: Wenn in der vierten Woche 2017 ein Parteivorsitzender und Wirtschaftsminister Gabriel auch als Kanzlerkandidat aus dem Nichts zurücktritt, wird auch dort diese Abhängigkeit von allem zu allem wirksam. Der Wirtschaftsminister arbeitet zentral und ausgleichend an der Schnittstelle zwischen Politik, Staat und Ökonomie eines Landes. Die Parteibasis, d.h. Politik, diese Arbeit nicht honorierend, erzeugt den Bruch an der Schnittstelle, die der Minister verkörpert und nicht weiter aushält. Nur am Rande: Außenminister haben es da leichter, ihr Wirken ist eher jenseits der Grenze und des Raumes, in dem es die Konflikte gibt. Aber wie mit diesen Spannungen umgegangen wird, ist für „Quo Vadis“ methodisch fast ebenso wichtig. „Wie gehst Du? Wie handhabst Du das Thema Zukunft?“  Nicht nur die Richtung, sondern die Methode zur Bestimmung der Richtungsfrage steht als Frage an. Fast wie die Lösungsmethode in der Mathematik. (Wer sich für die lateinische Übersetzung unserer neuen Frage interessiert,  gehe auf Google-Übersetzer und erlebe dort Zukunft).

Definitionen über und von Deutschland:  Was ist Deutschland?

Der bisherige Wechsel von der Perspektive Scientific Forecast zur Perspektive der politischen Debatte war interessanterweise damit verbunden, dass Deutschland  vorausgesetzt wurde. Was ist aber Deutschland?  Diese Frage wird letztlich beide Perspektiven verbinden.

Was ist Deutschland? Der Blick in Parteiprogramme, politische Literatur oder Verlautbarungen aller Art enthält dazu folgenden Grundkanon:

Deutschland ist eine parlamentarische Demokratie.
Deutschland ist ein soziale Marktwirtschaft .
Deutschland ist ein Sozialstaat.
Deutschland ist ein sozialer Rechtsstaat.

Hier finden sich die wichtigsten Konstruktelemente wieder, die auch im gängigen Jargon des ehemaligen Außenministers und langjährigen Leitfigur der Grünen in Deutschland Joschka Fischer ihren Niederschlag fanden:

„Marktwirtschaft, Demokratie, Sozialstaat hieß die erfolgreiche Zauberformel, die Westeuropa … in der Systemkonkurrenz mit dem Sowjetkommunismus entwickelt hatte.“  (Joschka Fischer: Für einen neuen Gesellschaftsvertrag, Kiepenheuer & Witsch, Köln 1998). Und die nun mit Grün ergänzt werden sollten. Wird davon abgesehen, dass in der radikalen Ablehnung des Systems oder bei kritischer Hinterfragung diese Begriffe sowieso alle als ungültig erklärt werden, dann verbindet sich das Soziale als zentrale Plattform für Deutschland-Definitionen mal mit Demokratie, mal mit Markt und mal mit Staat. Und es ergibt sich erneut die Ausgangseinteilung der ersten Perspektive: Gesellschaft, Wirtschaft, Politik bzw. Staat und nicht zu vergessen, aber politisch (leider) immer wieder übersehen Wissenschaft bzw. Technik und Technologie. Hier bietet sich dann eine praktische Arbeitsgrundlage an, die es ermöglicht „Quo Vadis – Deutschland“ zu zerlegen, d.h. die o.a. Systembestandteile finden sich wieder.

Dieser Eingangsdiskurs  mag frustrieren und überraschen, bot aber die Möglichkeit, das eigentlich immer vernachlässigte Thema Zukunft in die aktuelle Befindlichkeit von Gesellschaft und öffentlicher Meinung transparent einzubetten. Dieses Problem wird leider später immer wieder auftauchen

Wirtschaft und Zukunft

Beginnt die Zerlegung der Zukunft und Schritte dahin nun mit der Wirtschaft, ist Sicheres und Unbestrittenes zu erwarten. Exportweltmeister, solider Mittelstand obendrein mit vielen Familienunternehmen, eine der niedrigsten Arbeitslosenquote in der EU, das international als vorbildlich eingestufte Duale Ausbildungssystem, ein überdurchschnittlich hoher Industrialisierungsgrad, ein zuverlässiges, international für seine Qualität anerkanntes Handwerk – Deutschland ist hier „Spitze“, wie es denn auf Verbandsreden, Selbstdarstellungen der Branchen und vor und nach den Wahlen heißt und auch unbestritten der Fall ist. Regionen wie Baden-Württemberg, südliches Bayern oder das Münsterland wie auch Teile von Westfalen, aber auch Sachsen, eine überaus aktive Rheinschiene, um nur die wichtigsten zu nennen, konzentrieren in regionalen Wachstumszonen die Schaffung von Wohlstand und die notwendigen Voraussetzungen für einen kontinuierlichen und gedeihlichen Übergang von Gegenwart in Zukunft. Die Frage „Quo Vadis“ wird hier nicht als bittere oder von Selbstzweifeln getragene Prozedur gestellt, sondern ist unentbehrlicher Teil des Vorgangs, d.h. des wirtschaftlichen Fortkommens auf betrieblicher Basis, wo die Rationalität von Planungsprozessen, Effizienzsteigerungen und sozusagen kybernetischen Rückkopplungen von Erfolg oder Misserfolg der jeweiligen Maßnahmen gilt. Deutschland mit seinen Unternehmen beschäftigt dazu über fünf Millionen Menschen im Ausland. Der soziale Friede und Mitbestimmung runden diese Liste ab.

Aber dieses Bild birgt seine eigenen hintergründigen Bezüge und Motive, analog einem mittelalterlichen Palimpsest, d.h. einer mehrfach verwendeten Manuskriptseite, die unter dem aktuell sichtbaren Text einen weiteren unsichtbaren, aber doch lesbar zu machenden zweiten Text enthält.

Da ist einmal das so bequeme Verfahren von Staat und Verbänden zu nennen, weil die Menschen dafür empfänglich sind, darauf „anspringen“, die gefällige Szenerie und das so vorteilhafte Bild der Wirtschaft in Deutschland für Deutschland generell, d.h. den Rest, Politik und Gesellschaft in Beschlag zu nehmen. Der berühmte „Tunnelblick“ ist ein praktisch anwendbares Verfahren für die politisch Hypnose. Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit wird offen oder unterschwellig mit der politischen gleichgesetzt, bzw. als Maßstab für den politischen und gesellschaftlichen Erfolg gleichgesetzt. Eine Hinterfragung übersteht  diese Gleichsetzung so nur sehr bedingt – und es muss nicht lange gesucht werden:

Mancher wirtschaftliche Erfolg wird gerade gegen die Behinderungen aus dem politischen Raum erzielt.

Wirtschaftlicher Erfolg fließt in deutsche Kassen, geht aber Wachstum im Ausland zurück.

Ca. siebzig Prozent des aggregierten Kapitals der im deutschen DAX 30-Index versammelten Unternehmen gehören ausländischen Eignern, ihr Gewinn fließt ins Ausland.

Die gute Wirtschaftspolitik würde dann für die ausländischen Aktionäre gemacht, und nur zu einem Teil für die Arbeitnehmer in Deutschland.

Interessante Unternehmen geraten regelmäßig und schnell auf den Radarschirm großer internationaler Investoren, die mit geballter Kapitalkraft zu Werke gehen und kaufen oder sich beteiligen wollen, sogar Expansion ermöglichen. Was im Wesen des Kapitalismus liegt, aber nicht auf das Konto deutscher  Politik gehen dürfte.

Die zweite Gruppe von unerkannten Motiven im Hintergrund umfasst eine wachsendende Liste von Defiziten und Strukturproblemen, die jetzt mehr und mehr in den Fokus geraten, weil die ökonomischen Wachstumsraten mit den sozialen Erwartungen, aber auch mit den akzeptierten realen Bedingungen nicht mehr korrelieren. Auch hier braucht nicht lange gesucht werden:

Als klassisches und größtes Problem präsentiert sich die bemerkenswerterweise so wenig beachtete Demographie Deutschlands. Rein ökonomisch begrenzt oder (vermindert!) sie das Arbeitskräftepotential, so dass das Batelle-Institut schon vor einem halben Jahrzehnt Deutschlands langfristiges Wachstum auf maximal ein Prozent schätzte.

Je älter eine Bevölkerung wird, da sind sich die Experten einig, desto weniger konsumiert sie, und fließt letztlich das Geld direkt oder indirekt in die über die Sozialsysteme gesteuerte medizinische Verlängerung des Lebens. D.h. in der deutschen Wirtschaft expandiert der Gesundheitssektor, der jedoch finanziert werden muss, so dass gerade dort der Niedriglohn-Sektor expandiert. Keine gemütlichen Aussichten.

Eine ältere Bevölkerung ist aber, selbst wenn es nicht jeder hören will, weniger innovationsfreudig. Darüber täuschen auch nicht die jungen Alten auf allem möglichen auch politischen Broschüren hinweg, da die Macher dieser Publikationen die Bilder von weiblichen wie männlichen Models über die bekannten Plattformen und Fotoagenturen beziehen.

Deutschland investiert auch zu wenig insgesamt, aber nicht nur das. Wachstum kommt bekanntermaßen aus den drei volkswirtschaftlichen Produktionsfaktoren Boden, Arbeit und Kapital, zu dem sich in der Theorie des 20. Jahrhunderts der technische Fortschritt gesellte und an der Schwelle zum 21. Jahrhundert die digitale Revolution hinzukam.

Wenn Wachstum aus Investitionen kommt, dann ist eigentlich und vor allem der Bereich der betrieblichen Investitionen gemeint. In Deutschland wird hier von OECD, IWF, Forschungsinstituten immer wieder ein Defizit seit Jahren festgestellt. Und es überrascht auch nicht, wo soll  investiert werden, wenn die Löhne hoch sind und die Arbeitskräfte knapp. Wer mit offenen Augen durch die Lande geht und fährt, sieht vor allem: Es wird gebaut in den Zentren (Büros und Wohnungen), renoviert (quasi überall), an den Autobahnen – und Autobahnkreuzen (Logistikhallen und Tankstellen) und an wichtigen Wasserstraßen und Häfen. Und auf den Bergen und den Dächern (Windräder und Solarpaneelen). Ein produktiver Netto-Effekt ist hiervon per Saldo nicht zu erwarten, auch wenn die Baukonjunktur  und andere Industrien momentan florieren. Es gibt einen Energieaustausch von Fossil zu Erneuerbaren, die allerdings eigentlich woanders als in Deutschland besser und damit billiger zu nutzen wären. Wasserkraft in Norwegen, Wind- und Sonnenenergie in Griechenland oder Spanien. China ist der unumstrittene größte Hersteller von Solarpaneelen. So dass China sich auf dem Dach und unter dem Dach im Besteckkasten der Küchen oder im Kleiderschrank wiederfindet.

Die Automobilindustrie gehört  mit dem Maschinenbau  zu den Kernindustrien. Das Auto in der heutigen Form ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts und sein modernes Produktionsverfahren eine Innovation aus dem Jahre 1905 ca. (Ford). Seine Vermarktung durch die Reklame spricht im Prinzip vorwiegend die Instinkte aus  Jäger-, Design-, männlichen oder Lifestyle-Kulturen an, wenn das Urteil mal hart, aber ehrlich ausfallen soll. Diese Industrie ist eine alte Industrie und wie sich gezeigt hat zudem unüberschaubar, wenn nicht in Teilen für Korruptes anfällig (VW-Diesel)

Die Elektromobilität wird alles verändern, das Elektroauto ist einfacher herzustellen. Es braucht hier deutsche Technik nicht mehr unbedingt. Oder zumindest nicht mehr die bisherige. Neue Komponenten oder Systeme werden das Auto der Zukunft, das heute schon zu dreißig Prozent wertmäßig aus Elektronik und Elektrik besteht, kennzeichnen. Selbstfahrassistenten aller Art, Batterien, Energie-Optimierungssysteme oder neuen Werkstoffen. Deutsche Konzerne arbeiten an diesen Dingen, ihre Entwicklungszentren hierfür: – in Silicon Valley, wo auch ganz unabhängige, extrem motivierte und intelligente Start-ups auf diesem Sektor (und anderen) in der Zukunft die Nase vorne haben wollen, ausgestattet und gehegt und gepflegt von einer ebenfalls innovativen und erfolgshungrigen Venture-Capital-(Wagnis-Kapital)-Industrie. Der letzt genannte Teil des Kapitalismus arbeitet völlig anders als es die Clichés der kurzfristigen Quartals-Gewinn-Maximierung suggerieren.  Eine Art kontrollierter Las-Vegas-Gambling-Mentalität, die aber durchaus ihre historischen Parallelen hat. Die Finanzierung der ersten holländischen Gewürz-Expeditionen nach Ostindien im 17. Jahrhundert geschah  schon damals unter dem bewusst eingegangenen Risiko, dass erfahrungsgemäß nicht jedes Schiffe der Flotte zurückkommen würde und damit auch der Kapitaleinsatz verloren würde. Die viel kleinere und scheinbar kaum bedeutende Fahrradindustrie mag ebenfalls als Beispiel dienen, wie Technologie und Komponenten die Marke des Fahrrades selbst in den Hintergrund zu drängen vermögen. China produziert im Übrigen bereits ein Zigfaches der deutschen E-Bike-Produktion.

Mit diesen zuletzt genannten Hinweisen auf die Dinge im Ausland berühren wir nur gemäß der eingangs erwähnten Systematik die ganze, breite Palette von Einflüssen ausländischer ökonomischer Systeme auf das ökonomische System in Deutschland, die möglich, wahrscheinlich, zu parieren usw. sind. Damit hat es nicht einmal sein Bewenden. China wird den deutschen Herstellern eine Quote für Elektroautos vorschreiben genauso wie den Einbau von Systemen, die jede Bewegung der E-Fahrzeuge an staatliche Stellen melden. Also ein externer politischer Einfluss auf das deutsche ökonomische System.

Damit wird neben dem sich abzeichnenden Modernitätsdefizit der deutschen Automobilindustrie eine weitere Schwäche des deutschen Exportwunders deutlich: Die starke Abhängigkeit von einigen, wenigen großen  Märkten, was im Übrigen nicht anders sein kann. Denn große Märkte nur ermöglichen Massenabsatz. Allerdings gehören gerade große Märkte ebenso logisch zu großen politischen Einheiten, und diese sind wiederum mit erheblichen politischen Aktionsmöglichkeiten ausgestatte, sei es um Autos der Deutschen mit Steuern zu belegen oder wie oben aufgeführt zu regulieren. Dann wird aus „Quo Vadis?“ nicht „Wohin gehst Du?“, sondern „Wohin hast Du gehen?“ oder „Welches Schicksal erwartet Dich?“

Statistiken zeigen ferner, dass Deutschland in der Anpassung an die neue digitale Welt  nicht vorne, sondern nur im Mittelfeld sich bewegt. Vereinfacht gesprochen heißt digitale Welt: Anpassung der Industrie und der Wirtschaft einschließlich der Medien, Adaptation der Veränderungen durch die privaten Konsumenten und Ausschöpfung der Möglichkeiten der digitalen Strukturveränderungen als solchen. Letzteres ist die eigentlich digitalen Revolution. Das Smartphone als Innovation ermöglicht über die mobile Vernetzung den Anruf eines Uber-Taxis, einer Haushaltshilfe, eines Pflegedienstes oder die Bestellung einer Pizza.

Uber ist für viele Deutsche ein Symbol, wie es nicht sein sollte. Und zweifellos gibt es unschöne Beispiele. Aber genauso gute. Die digitale Revolution bedeutet, dass die technischen Möglichkeiten der Vernetzung ausgenutzt werden, weil sie eine Effizienzsteigerung bedeuten. Hier kommt es in Deutschland zu einem Problem. Was in der Wirtschaft passiert, hat naturgemäß nicht nur eine ökonomische Seite, sondern auch viele andere, darunter eine soziale. Oder rein simpel eine Kollision mit einem bestehenden Gesetz, z. B. dem Personenbeförderungsgesetz, das eine Taxi-Konzession erfordert. Man bedenke hierbei, dass das Wort „Taxi“ von dem Adelsgeschlecht Thurn und Taxis stammt, als dieses zu Beginn der Moderne das Monopol für den Vorläufer bei diesem Geschäft übernahm.

In San Francisco fahren Uber-Taxis, die zu Beginn der Woche aus dem 80 Kilometer weit entfernten Sacramento kommen, dort in San Francisco eine Woche lange umherkreisen und das Wochenende wieder zu Hause sind. Hätten sie diesen Job nicht, wären sie vielleicht arbeitslos  Aber manchmal übernachten sie nur im Fahrzeug nach ihrer Schicht. Wir sagen: Wir wollen das nicht. Aber die LKW-Fahrer auf deutschen Rastplätzen tun es seit Jahrzehnten. In Frankreich, aber bei Weitem nicht so stark  in Deutschland, entwickelten sich die Raststätten zu Service-Zentren für diese Gruppe. In einer freien Marktwirtschaft werden sich mit größter Wahrscheinlichkeit Modelle entwickeln, die es den Uber-Fahrern ermöglichen, eine angenehme oder zumindest bessere Nacht zu verbringen.

So stellt sich die Regulierung der deutschen Wirtschaft in Verbindung mit den großen zum Konservativen neigenden gesellschaftlichen Gruppen einschließlich der Gewerkschaften vielleicht nicht als ein Hemmnis für die Modernisierung dar, sondern als die bisher wichtigen Handlungs-Determinanten für die jetzt sich neu und unter veränderten Bedingungen stellende Quo-Vadis-Fragen dar, die überprüft werden müssen oder sich überprüfen lassen sollten, gar müssen. Man braucht da eigentlich nicht San Francisco zu  bemühen. Es geht schon rein praktisch mit der Frage los, wer in Deutschland die pflegebedürftigen Menschen zu Haus betreuen darf. Der offiziell angemeldete deutsche Pflegedienst, ein legales, alle drei-Monate rotierendes Ensemble von ausländischen Arbeitskräften oder die illegal Beschäftigte, die im eigenen Haus wohnt.

„Quo Vadis – Deutschland“ im ökonomischen System bedeutet, dass solche Fragen ehrlich gestellt und entschieden werden müssen, denn alles andere wäre für ein dicht besiedeltes, flächenmäßig auch kleines Land ohne große eigenen natürlichen Ressourcen außer seinen zentralen Lage in Europa kontraproduktiv.

Technik, Technologie, Bildung  und Wissenschaft

Hier sprechen die Fakten einfach für sich. Die deutsche Industrie sucht händeringend Ingenieure. Wer in Londonz-Heathrow in am Gate 27 von Terminal 2 auf seinen Abflug wartet, hat vielleicht die Gelegenheit, mit einem jungen englischen Ingenieur zu sprechen, der mit seiner Familie wieder zurück nach Deutschland zu seiner Firma im Schwarzwald fliegt. Interessantes und bedauerliches Phänomen: Gerade überdurchschnittlich begabte Akademikerinnen zieht es gerne ins Ausland, hier hat Deutschland sogar einen Auswanderungsüberschuss. Die deutschen Universitäten beklagen ferner politisch ganz unkorrekt hin und wieder einen zu hohen Anteil von ausländischen Studenten, der aber ganz logisch erscheint, da mit dem Ausbau der  Universitäten das Angebot schneller als die rein „deutsche“ Studentenzahl wachsen musste und eine freie Lücke entstand und die Universitäten ohnehin einen guten Ruf genießen.

London und Berlin führen zwar in der Statistik einen Kampf um die Zahl der Startups, Berlin liegt in der Zahl vorne, London in der Kapitalisierung der Startups. Dennoch hilft kein Weg an der Tatsache vorbei, dass technologisch fokussierte junge Menschen ihr großes Ziel in Silicon Valley sehen. Und dort ein Ecosystem aus Innovationsverstand,  Änderungswille und Kapitalangebot entstanden ist, das weltweit einzigartig ist und uneinholbar ist. Möglicherweise seinen Vorsprung gar erhöht, wie es der Theorie nicht widersprechen würde. Cluster und Agglomerationen bilden sich aus Fühlungsvorteilen und Ergänzungseffekten. Mitarbeiter können im Falle des Scheiterns ihrer Firma schneller zu einer anderen wechseln, bei der der Geldstrom in der Verlustphase noch fließt, oder zu einer Firma, die den Break-Even erreicht hat und jetzt abhebt. Legende sind die Anfangsgehälter junger Google-Mitarbeiter.

Unmerklich, aber typisch für unsere heutige Zeit, wurde das Kapital erwähnt, was in der deutschen Vorstellung von Bildung und Wissenschaft doch eher befremdlich wirkt, weil es doch nach traditioneller Vorstellung die Universitäten und Institute sind, an denen wissenschaftlicher Fortschritt entsteht. Oder entstehen sollte. Aber schon das Auto wurde von Unternehmern entwickelt, wohl mit akademischem Hintergrund. Aber alles Weitere war Markt und Kapital. Und eine sich selbst nährende Kette von Entwicklung und Umsetzung für den Absatz, aus dem erneut eine Notwendigkeit für etwas Neues erwuchs. Was nicht heißt, dass dieser Prozess ewig anhält, siehe Automobilindustrie und Newcomer Tesla.

Kultur des Scheiterns

Genauso wie Wissenschaftler das Problem des Scheiterns kennen, wenn sie erfolglos nach Lösungen für ein beispielweise schweres mathematisches Problem suchen, gibt es dieses Scheitern in noch viel gravierender Form am Markt. Das Scheitern gehört zum Business und ist in Amerika kein Makel, in Deutschland schon ja. Dies fördert hierzulande nicht gerade den Mut für riskante Innovationen, die scheitern können, aber im Erfolgsfall riesigen Gewinn versprechen. Jeder kennt die Legende von amerikanischen Milliardären, die in der Garage anfingen zu werkeln.

Andere Statistiken zeigen, dass deutsche Firmen zwar viele Patente anmelden, aber für die Forschung im internationalen Vergleich eher unterdurchschnittlich viel Ressourcen bereitstellen. Nobelpreise werden eher an Amerikaner und andere Nationen vergeben.

Geht man im Deutschen Bildungssystem eine Etage tiefer, auf die Schulebene, so schneiden deutsche Schülerinnen und Schüler sogar im EU-Vergleich bei PISA oder der Mathematik-Vergleichsstudie TIMMS unterdurchschnittlich ab. Das obwohl die Gehälter und Versorgung der Lehrer weit über dem Schnitt liegt. Wer einmal wie der Verfasser die Gelegenheit hatte, ein Blick in Materialien der NRW-Schulbehörden für den Französisch-Unterricht zu werfen und dort Rechtsschreibefehler im Französisch zu vermerken, wundert sich oder nicht. Die Quoten der Schüler, die die Schule ohne Abschluss verlassen, sollen hier nicht weiter aufgespießt werden. Ebensowenig wie das Gefälle der Wertigkeit des Abiturs von Süden nach Norden. Mit dem Thema Inklusion und der Integration der teilweise sprachlich kaum qualifizierten Schüler aus den neuen Migrationswellen in den normalen Unterricht wird sich diese Situation nicht bessern. Die Aufgabe müsste anders und besser gelöst werden.

Auf Hochschulebene hat der Bachelor nicht den erwünschten Erfolg gebracht, das Abitur mit acht Jahren ebenso nicht, so dass deutsche Schüler immer noch später von der Schule gehen als in anderen Ländern. Nachhilfe boomt und erzeugt eine fast gemeine Verhinderung von Chancengleichheit, zu deren Zweck ja bekanntlich die allgemeine Schulpflicht eingeführt wurde. „Quo Vadis?“ heißt hier, ob weiter mit dieser Bürokratie gearbeitet wird oder ein radikaler Schnitt erfolgen sollte. Aber Letztes ist unwahrscheinlich, so dass die traditionellen  Bildungsträger  in Deutschland weiter unterhalb ihrer Möglichkeiten bleiben werden und in gewisser Weise sehr effizient soziale Ungleichheit im späteren Leben produzieren werden.

Was wie ein Rundumschlag aussieht, hat vielleicht seine Berechtigung. Denn neben Ethik und Ansporn (klassische Tugenden auf individueller Ebene) gehört Wissen und seine zielstrebige Anwendung zum Kern einer erfolgreichen Bewältigung der Zukunft. Je niedriger das Kritiklevel, umso geringer der Ansporn Dinge zu ändern und umso weniger hoch ist die Messlatte.

Zukunft und Gesellschaft

Wenn es einen Begriff gibt, der immer wieder in Debatten über das Zusammenleben der Menschen vorkommt, ist es weit vor  „Politik“ und „Ordnung“ heute der Begriff „Gesellschaft“. Und die Vorstellungen darüber, können unterschiedlicher nicht sein. Ursachen für dieses doch paradoxe Phänomen gibt es zuhauf. Was der Mensch liest oder was er sieht, TV, welches Programm, welche Zeitung, welche Webseiten, welche Bücher, welche Meinungen in der Familie, am Arbeitsplatz, welche materielle persönliche Situation, welche Predigten in der Kirche, welche Partei und so weiter. Die Liste hört nicht auf. Sie ist auch nicht originell und auch nicht beliebt, weil sie bei vielen an das Selbstverständnis rührt.

Denn die Menschen richten sich vielfach auf Einstellungen ein, Soziologen sprechen von Wahrnehmungsmustern, konservativ, liberal, grün, sozial kämpferisch, gleichgültig, sauer, wütend. Aber auch hier ist eigentlich kaum ein Durchblick möglich, ganz abgesehen von der Tatsache, dass alle diese Gruppen, wie sie denn immer wieder gebildet und benannt werden, doch fast alle Aldi oder Lidl ihren beliebtesten Markt bzw. Discounter nennen und alle an der Kasse gemeinsam Schlange stehen, um sich dann wieder am Parkplatz wieder in ihre Autos setzen, mit denen sie sich zweifellos erneut differenzieren wollen.

Die Meinungen über Gesellschaften werden vereinfacht gesprochen über Fakten und Wertungen gebildet. Und speisen sich ebenso vereinfacht gesprochen ebenso aus zwei gänzlich verschiedenen und inkompatiblen Bereichen, die eigentlich genauso wenig mit einander zu tun haben, wie die materialistischen Sichten (Marxismus)  und idealistischen Sichten. Der berühmte Margaret Thatcher zugeordnete Spruch „There is no such thing as society“ scheint daher genauso richtig wie er von vielen als Provokation und Kampfansage, also als falsch gewertet wird.

Dennoch wird dieses Konvolut immer wieder als praktischer Begriff  und gedankliches Konstrukt herangezogen und mündet rein praktisch über die Politik in die sozialen Systeme von Rente, Krankenversicherung und Pflegeversicherung, die wiederum Teufelswerk für die Gegner von Obamacare sind.

Gesellschaft in der Geschichte

Rückblick: Die europäische Antike kennt den Bürger, Sklaven und Barbaren, Herrschaft durch die Bürger in Polis (Stadtstaat) oder in Republik, Aristokratie, begrifflich die „Herrschaft der Besten“ oder in Form von König, Kaiser, Diktator auf Zeit, wenn die Bürger darüber übereinstimmen, dass sie aus eigenen Kräften nicht mehr übereinstimmen. Das Modell wandelt sich in Kirche, Ritter und Bauer im Mittelalter, das wiederum vor der Französischen Revolution sich verändert in die drei Stände Adel, Kirche und Dritter Stande und explizit eine bürgerliche Komponente erhält. In den Revolutionen vor allem in Amerika und Frankreich zerbricht diese Ordnung mit ihrer Einteilung und Hierarchie – oder soll sie zerbrechen und in einem neuen Nullpunkt der Geschichte durch Gleichheit in Freiheit ersetzt werden. Statt dessen kommt es zu einer beschleunigten theoretischen und von vielen als real existierenden empfundenen Einteilung der Menschen: Klassen von Marx, Milieus, Gegensätze von Stadt und Land, Entstehung der Soziologie als eigene Wissenschaft gerade von einer keineswegs uniformen, sondern vielfältigen Gesellschaft und ihrer  Ungleichheit, Gleichschaltung von Gesellschaft, Volk und Nation in der jüngeren deutschen Geschichte, Totalitarismus als Kraftakt der totalen gesellschaftlichen und politischen Verschweißung. Und mit dem jüngsten Kraftakt deutscher und europäischen Geschichte sollten in der demokratischen Rekonstruktion und Aufbau einer freiheitlichen und sozialen Gesellschaft diese Gegensätze und geschichtlichen Furien wieder gebändigt werden. Um dann in einer quasi gesamteuropäischen Anti-Establishment-Welle wieder auszubrechen, die in ihrer integrativen Kraft von Links bis Rechts, Konservativ bis Anarchisch fast auf makabre Weise Margaret Thatcher in abgewandelter Form zu bestätigen scheint: „There is no such thing as sociology and knowledge about society“ d.h. Es gibt kein Wissen über Gesellschaft, sondern nur Emotionen und nur „Wir und Die“, nicht oben und unten, da im Ressentiments des Anti-Establishment sich scheinbar bürgerlich Etablierte vielleicht wiederfinden.

Disput oder Diskurs

Die von den Soziologen gerne ins Feld geführte soziale Abstiegsangst, aber der nachempfindbare Frust Vieler über die Gleichschaltung ihrer Vita nach zwanzig Jahren Beitragszahlung in die Arbeitslosenversicherung mit denjenigen mit nur drei Monaten aus dem Ausland und der Einwanderung in die Sozialsysteme, der Missbrauch des Asylantrags, die Nichtsicherung der Grenzen erzeugen ein Klima, das nicht besser wird, wenn die Anprangerung dieser Dinge zum Vorwurf der „geistigen Brandstiftung“ führt. Solidarität und Humanität als Maßstab für die Gesellschaft bewegen sich in einer eigenen Sphäre, die eigentlich von ihrer Anlage außerhalb der Polemik stehen dürften.

Der Bezug zum Thema „Deutschland Quo Vadis?“ ist offenkundig. Da ist zunächst die ganze simple Formel: Ressentiments wirken kontraproduktiv auf Fragen der Zukunftsbewältigung. Aber mit der platten Verurteilung einer Meinung als Ressentiment alleine würde man der Sache einen Bärendienst erweisen, da sich die Menschen in ihrer Seele weiter noch stärker verletzt fühlen würden. Der Mechanismus von Ursache und Wirkung gebietet anderes: Die Beseitigung der Ursachen. „Wer sich in solchen Phasen versitzt in Entscheidungsschwäche und Risikoscheu, oder wer auf halbem Weg stehen bleibt, der muss unter Umständen einen hohen Preis zahlen“, warnt Gauck. Als Beispiel nennt er die Flüchtlingspolitik: „Ohne eine effiziente Sicherung der europäischen Außengrenzen, ohne eine geregelte europäische Einwanderungspolitik und letztlich ohne Verbesserung der Lebenssituation in Herkunftsländern werden krisenhafte Zuspitzungen auch in Zukunft zu erwarten sein.“ Dann wird Gauck konkret: Zwar werde die Freiheit eingeschränkt, wenn der Sicherheit übermäßig viel Raum gegeben werde. „Aber der Rechtsstaat verliert, wenn er sich im Kampf gegen Gewalt und Terror als zu schwach oder gar hilflos erweist“, warnt Gauck. „Nicht zuletzt verliert er seine Vertrauenswürdigkeit.“ (Quelle: Die Welt Kompakt, Seite 7, 11. Januar 2017). Dieses Zitat wird weiter unten genauso gültig sein

Das Ressentiment bleibt ist in seiner Wirkung nicht nur abstrakt, sondern wirkt sich sehr konkret aus. Die Menschen wenden sich ab von den Versprechungen für Integration in Europa, offene Grenzen und Freizügigkeit und finden zurück zu den bisher und scheinbar erprobten Modellen des Nationalstaates und weniger durchlässiger und eher geschlossener Gesellschaften. Was wiederum in sich bereits den Keim des erneuten Scheiterns trägt.

Demographie und Sozialstaat

Deutschland hat ein Demografieproblem, das zwar manche schön reden, was einer ernsthaften Prüfung aber nicht stand hält. Wenn auf einen Arbeitnehmer fast eine Rentner oder Rentnerin kommen würde, ist der Crash, den es nicht nur an den Finanzmärkten gibt, vorprogrammiert. Das Rentenniveau (Durchschnittliche Rente zu Durchschnittslohn)  ist bereits von 60 Prozent auf knapp über 40 Prozent gesunken, bei steigenden Beiträgen. Die Beamtenpensionen lasten mit einer riesigen, sogenannten impliziten Schuld auf Deutschlands Staatshaushalt.  Die medizinischen Leistungen, die erforderlich sind, um eine immer älter werdende Bevölkerung adäquat zu versorgen, sind bereits gigantisch und steigen weiter, so dass jährlich schon über 20 Millionen mal die Menschen die Notaufnahme aufsuchen, um einen Arzttermin sich zu ersparen.

Die Einwanderungswelle, die derzeit Deutschland erreicht, wird dieses Problem nach Meinung ernst zu nehmender Experten nicht lösen können, denn viele Einwanderer verbleiben aufgrund mangelnder Qualifikation und Sprachkenntnisse jahrelang Jahre in den Sozialsystemen, so dass für ihre Integration bis zu 400 Milliarden Euro in den nächsten Jahrzehnten aufzuwenden sind. Geld, das für andere Projekte fehlt.

Deutsche Gesellschaft und deutsche Hoffnungen

Gesellschaft ist hier nur noch, aber immerhin die Plattform für die öffentliche Diskussion, die jetzt in unübersehbare Schwierigkeiten mündet. Zwei Dilemmen offenbaren sich:

Das Ressentiment löst die Probleme nicht, die Einwanderung auf derzeitigem quantitativem und qualitativem Niveau (wenn über Menschen überhaupt so gesprochen werden darf) genauso wenig zumindest auf absehbare Zeit.

Die hier schon vorgezogene europäische Perspektive,  die systematisch in unserem eingangs vorgestellten gedanklichen Aufbau als Teil der externen, vom Ausland stammenden politischen und gesellschaftlichen  Wirkungen auf die deutschen Teilsysteme zu sehen wäre – sie versperrt sich zusehends. Bisher war Europa eine Hoffnung und Perspektive für Deutschland und die meisten Deutschen. Es hat die Wirtschaft über den größeren Markt, Freizügigkeit und Niederlassungsfreiheit beflügelt, die Gesellschaft und Politik gleichermaßen mit einer für die Zukunft so wichtigen Perspektive der Offenheit. Dieses Fenster verschließt sich jetzt zusehends. Die Nationalismen erstarken, das Projekt wird aller Voraussicht einen Partner verlieren (Brexit), und die hier ebenfalls vorgezogene Frage der Geldpolitik der EZB in der Verbindung mit der weiter anhaltenden zunehmenden Staatsverschuldung der meisten Mitgliedsländer und so großen Volkswirtschaften wie Italien, Frankreich oder Spanien machen Europa für viele in Deutschland verdächtig. Umgekehrt gilt auch, dass Deutschland vielen in Europa nun als verdächtig erscheint. Dies ergänzt auf unerwartet breiter Basis das griechische Ressentiment aus jener nicht weit zurück liegenden Zeit, als gerade von Deutschland als erstem eine Idee wie der „Grexit“ aufkam. Man möchte meinen, dass die Deutschen die letzten sein werden, die an Europa glauben und man ihnen das als Egoismus vorhalten wird, weil sie von Europa ökonomisch profitieren und Richtung Tür zeigen, wenn es ihnen passt.

Zukunft und gesellschaftspolitische Diskussion

Hier stellt sich dann die Frage, wie in Zukunft Deutschland den Weg zurückfindet zum Gleichgewicht ehrlicher Selbsteinschätzung, die die Dinge beim Namen nennt und Wahrheiten akzeptiert. Zukunft leidet darunter, wenn gesellschaftliche oder historische Debatten  nicht über wohlfeile Erklärungen und Attitüden hinwegkommen. Soll es wahr sein, dass eine schwache Entnazifizerung, eine kaum vorhandene Stasi-Verurteilung zu dem Bild einer Gesellschaft gehören, die nach der Katastrophe des Ersten Weltkrieges die Katharsis nicht vollzog und in einen zweiten Krieg zog. Die historische Linie mag provozieren und zu einem Zukunftsthema nicht passen, aber nur dann, wenn es wie im zeitgenössischen  Deutschland nicht üblich ist, historisch und langfristig in die Vergangenheit zu schauen. Denn Zukunft spielt sich nicht ab, wie ein Sprung aus dem Stand, sondern als Folge von Schritten und ständiger Kontrolle, welche Schritte richtig und falsch waren, weiter kommt man bekanntlich mit Anlauf.

Auf dem Prüfstand der Zukunft stehen daher die Psychologie und die Grundhaltung in modernen Gesellschaften, wenn sie sich als zeitlose Gebilde verstehen. Sie schwanken dann zwischen einem unverbrüchlichen Glauben an Stabilität und Konstanz nach dem Motto „Die Rente ist sicher“ und der Furcht vor der großen klimatischen oder kosmischen Katastrophe. Häuslich eingerichtet in fein säuberlich auch sprachlich getrennten Nationalstaaten, in der Geborgenheit der hier etablierten Steuer- und Sozialsysteme, in der materiellen Sicherheit prosperierender Volkswirtschaften nach dem Motto „Wir sind Exportweltmeister“ entsteht eine Art zeitgenössischer zeitloser und zukunftsloser Lebenskadenz mit Zahltag, Dividendentag, Aldi- oder Lidl-Aktionswoche oder Frühbucher-Urlaubsplanung. Zukunft als eine ergebnisoffene Veranstaltung der Gesellschaft oder gar einer Menschheit verschwindet damit auf individueller Ebene als politische Notwendigkeit, d.h. als Anspruch an die Politik, bzw. geht es immer weiter in diese Richtung. Zukunft ist dann nur noch, was ändert sich ab dem 1. Juli oder ab nächstem Jahr.

Eine Gesellschaft, die so träge sich bewegt, ist für Änderungen in der Politik kein Ansporn, die den Diesel-Kraftsoff  immer noch steuerlich begünstigt, dafür aber die Sektsteuer zur Finanzierung der Deutschen Flotte aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg weiter erhebt. Die Dysfunktionen und Widersprüche dieser Art sind bekannt. Sie existieren genauso als absurdes Nebeneinander von Armutsberichten der Sozialverbände und den Jubelumfragen der Gesellschaft für Konsumforschung oder der alles relativierenden Allensbach-Umfragen. An dieser Stelle könnte man sehr ins Nachdenken kommen., dass in den USA oder in Südkorea betrügerische VW-Manager verhaftet werden, aber im Epizentrum des Skandals Deutschland „lediglich“  Akten beschlagnahmt werden.

Zukunft und politisches System in Deutschland

Das politische System in Deutschland kann unter den geschilderten Bedingungen sich nur in der Umwälzung befinden. Vielleicht langsamer als in vielen anderen Staaten Europas. Aber der Trend ist unverkennbar. Schäden durch Erdbeben entstehen ja dadurch, dass unter der Oberfläche sich die Platten immer verschieben, selbst wenn oben alles ruhig und stabil aussieht. Hier stellt sich dann die Frage, in welchem Verhältnis das für Deutschland typische Bedürfnis nach gesellschaftlicher Stabilität zur politischen Stabilität steht. Stabilität heißt nicht Ruhe. Was in der erwähnten Rede des scheidenden Bundespräsidenten sehr gut zum Ausdruck kommt.

Das Parteiensystem geht seinen Weg der Vielfalt von CDU-SPD-FDP über CDU-SPD-Grüne zu CDU-SPD-Grüne-Linke-FDP  zu CDU-SPD-AFD-Grüne-Linke-FDP und vielleicht zu CDU-SPD-AFD-Grüne-Linke-FDP-CSU, obwohl hier nur noch Zeit vergehen dürfte, da die CSU immer noch hofft, die AFD in Bayern zu verhindern, was eine Koalition mit der SPD vielleicht vermeiden hilft.

Die Regierung und die Regierungskoalition wird sich wohl kaum verändern, da rein rechnerisch nach den derzeitigen sehr stabilen Umfragewerten keine andere Option als CDU/CSU-SPD existiert, wenn keine Koalition mit der AfD gebildet werden soll.  Alles würde beim Alten bleiben. Sich immer weiter segmentierendes Parteiensystem und sich nicht verändernde Koalition drücken somit wie tektonische Platten immer stärker gegeneinander. Kommen sehr wahrscheinlich äußere Schwierigkeiten oder im Inneren hinzu, sind noch stärkere Veränderungen zu erwarten und kaum die Rückkehr zu den alten Parteienverhältnissen. Österreich kennt diesen Prozess seit längerer Zeit, es ist nur eine Frage der Zeit, wann ein solches Verfahren an seine Grenzen stößt.

Nur ein kurzer vereinfachender Blick auf  Theorien und Erklärungen der Wahlforschung, zu ihren Thesen, wie Menschen wählen. Und ein Versuch zu erkennen, was für Deutschland für zukünftige Ergebnisse relevant sein könnte. Mutter aller Erklärungen ist die Klasse, die das Wahlverhalten bestimmen würde.  Die Klasse, die auf dem Gegensatz Arbeit und Kapital beruhen, würde. Daraus wurde dann in der nächsten, von der Soziologie  bestimmten Stufe die Schicht.  Gegensatze wie Stadt zu Land, Religionszugehörigkeit Evangelisch oder Katholisch Alter als Jung und Alt, Status als Arm und Reich und andere Gegensätze und Determinanten ergänzen dann in einer weitren Entwicklungsstufe der Theorien dieses Modell, dessen unterschwellige Annahme oder Prämisse ein Problem darstellt, das da  ist, dass das Wahlverhalten an sich gar nicht frei ist, sondern vorbestimmt. Die Wahlen wären demnach dem Wesen nach nur eine quasi statistische Abfrage und hätte auch mit dem hier behandelten Thema Zukunft aus einer rein politischen Perspektive kaum etwas zu tun.

Die Gegenposition der „rational choice“-Theorie besagt daher etwas anderes: Die Wähler entscheiden als souveräne Entscheider und treffen eine Auswahl nach den ihnen angebotenen Programmen und Personen. Interessanterweise stammt dieses Modell von der Ökonomie ab und enthält vordergründig einen höheren Freiheitsgrad. Dennoch ist es sehr fraglich, ob die hier getroffene Annahme für das Wahlverhalten in dieser Idealform zutrifft. In den vergangenen Jahrzehnten entwickelte sich aus der Kritik der bisherigen Theorien das  Konzept der „Lebensstile“. Lebensstil ist ein Set unterschiedlicher Einstellungen und Lebensbereiche. Der Set lässt Entscheidungen, Präferenzen  und damit auch bestimmte politische Entscheidungen erwarten. Die Lebensstile verbinden sich in Milieus, Vierteln und Besiedlungsformen. Nach Kreuzberg ziehen die Bio-Freaks und wählen Grün. Auf dem Lande, wo eigentlich das meiste Grün anzutreffen ist, arbeiten die Menschen anders, pendeln früh morgens oder starten die Melkmaschinen und haben andere Sorgen. Allen Theorien gemeinsam sind ihre Unzulänglichkeiten, so dass Bill Clinton in den 1990er Jahren viel einfacher und treffender sagen konnte: „Stupid, it’s the economy“. Und Trump „Make America Great Again“. Aber gerade der Wahlsieg Trumps und auch der Brexit-Anhänger machen die Komplexität von Wahlentscheidungen und Fragwürdigkeit von Theorien  deutlich. Geld allein (Hillary Clinton mit 500 Millionen US-Dollar Wahlkampf-Budget), Presse (Trump als ständige Zielscheibe), Rhetorik der Kandidaten, Schlammschlachten und Animositäten, Internet mit Fake und Wahrheiten stoßen mit der Wählerschaft auf eine unbekannte Größe, die es anders haben will. Wenn eine Schlussfolgerung aus dem amerikanischen Wahlkampf auch für Deutschland und seine politische Entwicklung und Zukunft zu ziehen wäre, dann diese nach der hier vertretenen Auffassung: Parteien mit einem Kernthema, das zugleich eine zentrale Komponente der aktuellen Befindlichkeit massiv in den Vordergrund stellt, gewinnt mehr Stimmen, Differenziertes geht in der Polarisierung unter.

Für die Zukunft Deutschlands wird diese Polarisierung voraussichtlich eine größere Rolle spielen, ohne dass dies hier für richtig gehalten wird. Was heißt das? Traditionell polarisieren sich die Wähler in einem unter den voranstehenden Bemerkung zu den Theorien als Hilfskonstruktion als sehr einfach zu qualifizierenden Modell in Links, Mitte oder Rechts, so dass sich die Parteien um eine maximale Ausschöpfung der damit vorgegebenen Wählerreservoire bemühen und im Ergebnis die Polarität von Parteien und Wählerschaft übereinstimmen, was bisher auch so funktionierte. Die neue Polarisierung der Flüchtlingsfrage scheint dahingehend zu funktionieren, dass es nun einen Dissens zwischen den Polaritäten zwischen Parteien und der Bevölkerung sprich Wählerschaft gibt, d.h. die Wählerschaft das Thema Flüchtlinge anders d.h.  vor allen parteiübergreifend kritischer als die Parteien empfindet.

Taktik Eins Andere Sprache

Daraus entwickelt sich auch eine sehr gut zu beobachtende andere Sprache zwischen Offiziell und Volk, um mit Luther zu sprechen „dem Volk aufs Maul schauen“. Nur ein Beispiel: Asylanten für die Wählerschaft sind für den Staat und die Politik Schutzsuchende, um das Thema hier nur anzudeuten. Andere sprachliche Twists gibt es zuhauf. Bezeichnen wir es als Taktik Eins.

Taktik Zwei Verständnis

Wütende oder böse Reaktionen zum Beispiel auf ermahnende und näher an den Empfindungen der Bevölkerung orientierten Aussagen von Sarah Wagenknecht weisen auf das Problem der Taktik Zwei hin, wenn eine Partei oder eine politische Figur versucht, diese Polarität wieder für sich in Übereinstinnung zu bringen. Hier liegt auch der Kern des Populismus-Vorwurfs. Parteien können bis zu einem gewissen Grad, über den Empfindungen und Meinungen ihrer Wählerschaft stehen. Aber nur bis zu dem Punkt, an dem  das Auseinanderklaffen der tatsächlichen politischen Praxis und der erwarteten Praxis dieser Wählerschaft nicht bewusst wird oder durch andere Inhalte verdeckt wird. Ab diesem Punkt wird „Just more of the same“  als der traditionell für alle starr gewordenen Systeme in Wirtschaft oder Politik als Vorwurf laut.

Taktik Drei Vergessen

Regierungsparteien haben in dieser Situation neben der Anpassung ihrer Aussagen und dann Politik an die veränderten Bedingungen, d.h. Neuorientierung und Neueinstellung ihrer Praxis in der Meinungspolarisierung  als Möglichkeit noch Taktik 3 zur Verfügung, auf den Faktor Vergessen zu setzen, nach dem Motto ‚“Zeit heilt Wunden“. Auch hier sieht es für Deutschland nicht sonderlich gut aus. Die Kosten für Flüchtlinge werden bleibt oder durch Familiennachzug steigen. Die Abschiebung selbst ist vor dem Hintergrund der prinzipiell unüberwindbaren Situation zwischen Anreise und Ausweisung zu sehen. Bei der Anreise ist der Staat Herr des Verfahrens, bei der Ablehnung des Asylantrags und Abschiebung gelten völlig andere rechtliche Bedingungen.

Taktik 4 Angriff

Die Parteien können die Partei oder Parteien, die die aktuelle Skala der Empfindungen der Wählerschaft besser aufgreifen oder gar in ihre Richtung beeinflussen, einem Boykott unterziehen oder wie o.a. einer polemischen Kampagne mit polemischen Bezeichnungen  wie „Rattenfänger“, „Hasser“ etc. unterziehen und sich selbst als die moralisch Besseren darstellen. Damit greifen sie allerdings auch Teil ihrer bisherigen Wählerschaft an. Es gehört nicht viel Fantasie dazu, sich vorzustellen, wie sich viele in der Wählerschaft fühlen, wenn sie mit Zorn wegen ihrer politischen Neigungen bedacht werden oder sich vor Zorn fürchten müssten, wenn sie mal anders wählen würden. Insgesamt trägt diese Taktik zur Polarisierung und Radikalisierung bei und dürfte die politische Landschaft in Deutschland wahrscheinlich unsicherer gestalten.

Taktik 5 Ablenkung

Das Ablenkungsmanöver gehört zu den klassischen Varianten. Die Vermögen der Superreichen werden beispielsweise angegriffen, wenn die Wählerschaft wegen anderer Themen gerade nicht so richtig dran „denkt“. Der Überraschungseffekt hievt eine Partei kurzfristig nach oben. Entsprechend dem eingangs vorgestellten Modell stellt dieses Verfahren den Versuch dar, die Polarisierungen von Wählerschaft und Partei wieder  in Übereinstimmung zu bringen – indem das Thema der Polarisierung gewechselt wird. Das Beispiel des Scheiterns der Präsidentschaft von François Hollande (75 Prozent Einkommensteuer für zwei Jahre für die Superreichen in Frankreich) weist auf die Gefahren des Vorgehens hin. Hollande gewann den Wahlkampf mit einer Kombination von Angriff auf Vermögen und Jobversprechen, um das Defizit bei Ideen über die Beseitigung der überaus hohen Arbeitslosigkeit in Frankreich zu kaschieren. Das Verfahren wirkte bekanntermaßen kontraproduktiv. Wenn das gesellschaftliche Klima in Deutschland sich tatsächlich verschärfen sollte, ist das wiederum der Nährboden für die Bereitschaft zur Polarisierung auf anderen Gebieten. Ganz abgesehen, dass die Gerechtigkeitsdebatte überaus breit angelegt sein kann und sich nie auf ein Thema beschränken lassen wird. Ferner bleibt  dieses Verfahren nicht ohne Rückwirkungen auf die anderen Parteien, die sich gegebenenfalls ihrerseits neu positionieren müssen. Was aber Unruhe und Brüche mit sich bringt. Drängt zum Beispiel ein Partner der Großen Koalition nach links, nimmt er Stimmen links weg und verliert vielleicht welche rechts. Es sind alle möglichen Szenarien denkbar, die hier nicht vertieft werden sollen.

Taktik 6 Personal

Der Themenwechsel der Taktik 5 gelingt scheinbar am besten in Verbindung mit einem in der Politik und Fußball so üblichen Tausch der Personen, der gerade in Deutschland sich nicht so schnell vollzieht wie in vielen anderen Demokratien, dafür umso bessere kurzfristige Ergebnisse in den Meinungsumfragen bewirkt. Der fünf-prozentige Zugewinn der SPD beim „großen Wechsel“ von Sigmar Gabriel zu Martin Schulz im Januar 2017 kann als Beleg dienen.

Für „Quo Vadis Politik in Deutschland“ ist per Saldo nach diesen Ausführungen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Verschärfung der politischen Auseinandersetzungen und ein ungemütlicheres, weniger berechenbares politisches Klima in Zukunft zu erwarten. Dies tangiert einen quasi deutschen Eckpfeiler.

Deutschland ist ein Rechtsstaat. Zukunft?

Der Rechtsstaat versteht sich in Deutschland als ein Staat, der sich für seine Ordnung und Handeln die Prinzipien der Rechtssicherheit und Rechtmäßigkeit zum Zwecke der Freiheit und der Selbstbehauptung des Einzelnen zum Ziel gesetzt hat. Soweit eine kurze Definition.  Dieses Prinzip steht anerkanntermaßen außer Frage. Dennoch ein so stabiles und unberührbares Gebilde ist es auch nicht. Einige Felder der Auseinandersetzungen oder mit Entscheidungsbedarf:

Der Rechtsstaat steht immer wieder im Zentrum von Konflikten  wie z.B. unter den bekannten Thematiken Überwachungsstaat oder Datenschutz und nun ganz aktuell im Zusammenhang mit der Überwachung von öffentlichen Plätzen und Straßen oder Verkehrsmitteln mit Hilfe von Videokameras.  Hier sind transparente Richtungsentscheidungen erforderlich.

Im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise wird offen von anerkannter Instanz von einer „Erosion des Rechtsstaates“ gesprochen. Diese „Erosion“ betrifft mehrere Bereiche, ohne dass die Notwendigkeit einer humanitären Hilfe nachstehend in Frage gestellt werden soll.

Verletzung des Dublin-Abkommens

In der Flüchtlingskrise besonders 2015, aber auch danach ist es zu Hunderttausenden von Fällen zu Asylaufnahmen mit falschen oder gar keinen Papieren gekommen, die vom Staat bewusst in Kauf genommen wurden. Unabhängig von den fehlenden Papieren: In nahezu allen Fällen wurde gegen das Dublin-Abkommen gehandelt. Hiernach ist das Erstankunftsland für den Asylantrag zuständig. Nicht Deutschland. Die Bundesregierung beruft sich hierbei auf das sogenannte Selbsteintrittsrecht Deutschlands in diesen Fällen und hat diese Verfahren nach Deutschland gezogen. Diese Praxis wird offen als bedenklich eingestuft, da das sogenannte Selbsteintrittsrecht eine Ausnahme darstellen soll.

Verletzung der Aufklärungspflicht bei möglichen Straftaten

Handys: Trotz fehlender Papiere hätten die Handys kontrolliert werden können. Auch diese Prüfung unterblieb.

Systematischer Mehrfachbezug von Leistungen wurden aufgedeckt, Unterlagen dazu gesammelt und den Vorgesetzten in den Ämtern übergeben. Weitere Nachforschungen unterblieben. Damit etablierte sich ein breites System anerkannter Rechtswidrigkeiten.

Sprache: Dem entsprach auch analog die Entwicklung eines offiziellen Sprachgebrauchs mit dem Begriff der „Schutzsuchenden“ für eine Gruppe, unter denen sich zahlreiche Wirtschaftsflüchtlinge befanden. Damit wird doch nur eine offene Flanke für die generelle Gegnerschaft jeglicher Aufnahme erzeugt.

Begründungen: Dem wiederum das offizielle und pauschale, auch von den sich in die Diskussion einmischenden Kirchen verwendete Argument der humanitären Hilfe zur Seite stand, obwohl andere Erkenntnisse vorlagen oder hätten gewonnen werden können.

Damit stellte sich scheinbar nur als Alternative die Verletzung rechtsstaatlicher Prinzipien und ihre Kaschierung mit einer eigenen Sprachregelung oder einer komplizierten Hilfe unter Wahrung der Rechtsstaatlichkeit. Für Deutschlands Zukunft wär es bedenklich, wenn selbst beim Handeln unter Zeitdruck der Staat sich in eine Situation manövriert, in der er ohne Optionen mit dem Rücken zur Wand steht oder vorhandene Möglichkeiten nicht voll oder überhaupt nicht ausschöpft. Wie Deutschland mit seinen Prinzipien umgeht und sie ausbalanciert oder die Balance ändert, prägt seinen weiteren Weg,

Rechtsstaat und öffentliche Sicherheit

Der freiheitliche Rechtsstaat basiert auf einem Gesellschaftskontrakt. Die Einzelnen geben einen Teil ihrer Freiheit in der Gesellschaft auf, die sich als Staat mit einer politischer Herrschaft konstituiert – unter der Bedingung, dass dieser Staat ihre Freiheit in Sicherheit ermöglicht. Das Gewaltmonopol des Staates legitimiert sich letztlich nur auf der Gewährleistung von Sicherheit für die Menschen, die nun aber gänzlich andere Erfahrungen machen: mit steigenden Einbruchszahlen, LKWs die auf Rastplätzen nachts, wenn die Fahrer schlafen, aufgebrochen werden, Landmaschinen, die aus Bauernhöfen entwendet werden oder der mangelnden Sicherheit auf vielen öffentlichen Plätzen, Schwimmbädern etc. Der damit verbundene Vertrauensverlust in Staat und seine Polizei führen unmittelbar zur Frage, wie dieses Thema in Zukunft behandelt wird: Mehr Überwachungskameras? Mehr Polizei? Andere Urteile der Gerichte? Hier stehen u.a. Datenschutz und  Gerichtsbarkeit zu einer die Auseinandersetzung nicht scheuenden Diskussion an, aus der offen dargelegte und in der Praxis wirksame politische  Prioritäten folgen sollten. Deutschlands Zukunft entscheidet sich darüber, ob diese Diskussion transparent und ehrlich geführt wird.

Rechtsstaat  und Eigentum

Der Rechtsstaat garantiert das Eigentum und balanciert diese Garantie gegen das Wohl der Allgemeinheit. Die Enteignung muss laut Grundgesetz durch Gesetz geschehen. Ist die Enteignung der Geldvermögen durch Inflation aufgrund der ultraleichten Politik der EZB hiermit gedeckt? Das Mandat der EZB für seine Politik, die von Deutschland nur als einer Stimme unter siebzehn beeinflusst werden kann, ist Gegenstand laufender politischer und juristischer Auseinandersetzungen, die ihrerseits letztlich vom erneut die EU repräsentierenden Europäischen Gerichtshof verhandelt werden. Hier stehen deutsche Verfassung, Bundesbank-Gesetz und Integrationserfordernis in einer Balance, die in Zukunft mit womöglich steigender Inflation verstärkt auf den Prüfstand gestellt werden wird. Die Konstruktion eines staatlichen Systems von Sozialstaat, Marktwirtschaft, Freiheitsrechten und Rechtsstaat basiert auf Voraussetzungen, die im Geld gründen. Es geht nicht nur um Sparer und Versicherungen.

Nur ein Beispiel für Ferneffekte: Die Enteignung durch Inflation trifft angesparte Vermögen aller Art auch zum Beispiel Rücklagen von privat Versicherten in privaten Krankenversicherungen, die im Vertrauen auf eine staatlich gehütete Balance zwischen privaten und gesetzlichem System der Krankenversicherung ihre Entscheidung für eine private Versicherung getroffen haben. Nicht nur werden die Rücklagen der privat Versicherten tangiert, sondern sie werden benachteiligt gegenüber einem Umlagesystem wie das der gesetzlichen Versicherung, dessen Beiträge und Ausgaben letztlich zwar mit Verzögerung, aber doch letztlich an die Inflation gekoppelt sind. Man hat es dann mit zwei ungleich behandelten Systemen zu tun; einem inflationsneutralen Kreislauf- und Umlagesystem auf Basis der jeweils aktuellen aufgeblähten  Nominalgrößen und einem asymmetrisch betroffenen Rücklagesystem, bei dem die Inflationseffekte sich gerade verstärken. Inflation lässt die Ausgabenseite steigen, die Rücklagen dagegen sinken.

Das gleiche, allerdings nicht mit dieser Asymmetrie-Komponente,  bezieht sich auf das Verhältnis von benachteiligten Anleihen, Bankguthaben einerseits und Aktien, andererseits,  die letzteren, die in ihren Erträgen per Saldo ebenfalls an die Inflation positiv gekoppelt sind, durch auf beiden Seiten der Bilanz steigende Größen. Somit  entstehen Disparitäten, die einen Bezug zur Verfassung und zum Rechtsstaat haben und in Zukunft im Falle steigender Inflation, aber eigentlich schon heute, immer weniger ignoriert werden könnten.

Deutschland ist eine parlamentarische Demokratie. Zukunft?

Thema Parteienstaat: Eine ältere Kritik, aber immer noch aktuell, stuft den Staat  als Parteienstaat ein. Der damalige Bundespräsident von Weizsäcker äußerte sich drastisch in dem Sinne, dass die Parteien sich den Staat zur Beute gemacht hätten.

Thema Kartelldemokratie: Ähnlich seinerzeit von Arnim und andere. Nach dieser Auffassung verhalten sich die Parteien kartellartig, monopolisieren und kanalisieren die Meinungsbildung, unterdrücken einen freien Prozess der politischen Meinungsbildung im Parlament, wobei sie sich großzügig finanziell im Rahmen der sogenannten Parteienfinanzierung bedienen.

Thema Intransparenz: Auch die nicht nur in der deutschen Demokratie zu beobachtende Intransparenz der parlamentarischen Arbeit mit ihren zahlreichen Ausschüssen, die Einengung dieser Arbeit selbst durch Koalitionsabsprachen aller Art im Vorfeld etc. werden kritisiert.

Thema Kurzfristigkeit: Die Parlamentarier und Parteien schielen nur auf Stimmenmaximierung und Wiederwahl (Stimmenfang) statt auf das langfristige Wohl. Sie bauen komplexe Gesetzeswerke auf, die zusammen mit dem Verordnungswust der Exekutive die Betroffenen und Regierten nicht mehr verstehen.

Diese schon lange existierende Kritik an der Praxis der parlamentarischen Demokratie wäre eine erneute  Erwähnung  nicht wert, wenn das Parlament über die Einwanderung von über einer Million Menschen nach Deutschland, über die Entstehung eines neuen Ausgabeblocks, der jetzt im Bundeshaushalt an vierter Stelle steht,  ordentlich befragt worden wäre und abgestimmt hätte. Nach dem verfassungsgerichtlich sanktionierten Grundsatz der Wesentlichkeit hatte das Parlament Anrecht auf Gehör und Befragung. Das Parlament hat aber die Frage selbst nicht gestellt. Und damit nur Vorschub für die Bestätigung der oben genannten Kritikpunkte geleistet. Diese Ereignisse widersprechen eigentlich dem Wesen einer parlamentarischen Demokratie. Hier stellt sich die Frage, ob das Parlament in Zukunft anders mit solchen, sicherlich schwierigen Situationen umgehen kann und wird. Sternstunden des Parlaments gibt es ja auch, warum nicht in diesem Fall?

Die externen Einflüsse

Sie folgen in den nächsten Beiträgen: Geldsystem – Quo Vadis, Europa – Quo Vadis, Welt – Quo Vadis.

Dr. Johannes Wierer, Ratingen, Februar 2017

 

 

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